Psychowissenschaftliche Grenzgebiete
Thema: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen die Existenz Gottes (Fortsetzung 3)
     

4. Ergebnis
 
 

Der Urgrund, aus dem wir sind, ist Energie.

Die Verdichtung dieser Energie, das sind wir.
 
 

Wir sind gewissermaßen gebundene Energie. Alles Materielle ist gebundene Energie und lebt daher in einem recht eingeengten, tiefen Energiezustand.

Da unsere Natur aber geistiger Art ist und alles Materielle den geistigen Ursprung hat, frage ich mich, warum wir uns gerade in einem solchen tiefen Energiezustand befinden. Waren wir irgendwann einmal vielleicht in höheren, teilmateriellen, freieren, vergeistigteren Zuständen?
 
 

Welche Entwicklung nahmen wir?

Verdichten wir uns immer mehr?

Oder können wir uns in höhere Energiezustände entwickeln?
 
 

Solange wir jedenfalls unser Denken nur auf den tiefen, gebundenen, materiellen Zustand begrenzen und noch dazu so einfältig sind, alles andere zu negieren, wird eine Entwicklung in höhere Bereiche im Keim erstickt.

Ein Physiker, der bis zu dieser Erkenntnis vorgedrungen ist, wird gläubig. Gläubig nicht im Sinne irgendeiner Glaubensgemeinschaft, sondern gläubig in dem tiefen Verständnis, daß alles von einer URKRAFT getragen wird, daß sich alles aus einer URENERGIE gebildet hat und ständig bildet: Wer zu den eigentlichen Einsichten der Atom- und Quantenphysik vorgedrungen ist, der wundert sich deshalb auch nicht mehr über die folgende Äußerung Albert Einsteins, sondern weiß, daß Einstein nur das bekennt, was jeder Physiker, der weitergehend forscht und sucht, bekennen muß: "Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen. Aus ihm allein keimt wahre Wissenschaft. Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist seelisch bereits tot.

Das Wissen darum, daß das Unerforschliche wirklich existiert und daß es sich als höchste Wahrheit und strahlendste Schönheit offenbart, von denen wir nur eine dumpfe Ahnung haben können dieses Wissen und diese Ahnung sind der Kern aller wahren Religiosität...

Das kosmische Erlebnis der Religion ist das stärkste und edelste Motiv naturwissenschaftlicher Forschung.

Meine Religion besteht in der demütigen Anbetung eines unendlichen geistigen Wesens höherer Natur, das sich selbst in den kleinen Einzelheiten kundgibt, die wir mit unseren schwachen und unzulänglichen Sinnen wahrzunehmen vermögen. Diese tiefe gefühlsmäßige Überzeugung von der Existenz einer höheren Denkkraft, die sich im unerforschlichen Weltall manifestiert, bilden den Inhalt meiner Gottesvorstellung." [15]  
 

Viele ähnliche Zitate berühmter Männer gibt es. Ich möchte nur noch eines zitieren von Max Planck, dem wohl das Hauptverdienst der Quantenphysik gebührt: "Als Physiker, als Mann, der für sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft der Erforschung der Materie dient, bin ich sicher von dem Verdacht frei für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erfahrungen des Atoms folgendes: Es gibt keine Materie an sich, alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zu dem winzigen Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es im ganzen Weltall weder eine intelligente noch ewige abstrakte Kraft gibt es ist der Menschheit nie gelungen, das heiß ersehnte Perpetuum mobile (das aus sich selbst Bewegte) zu finden so müssen wir hinter dieser Kraft bewußten, intelligenten Geist annehmen.

Dieser Geist ist der Urgrund der Materie, nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche (der Boden), denn diese Materie bestünde, wie wir es gesehen haben, ohne diesen Geist überhaupt nicht, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.

Da es aber Geist an sich nicht geben kann, und jeder Geist einem Wesen zugehört, so müssen wir zwingend Geist-Wesen annehmen. Da aber auch Geist-Wesen nicht aus sich selbst sein können, sondern geschaffen sein müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu nennen, wie ihn alle alten Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben, "GOTT". [16]  
 

Doch was nützen uns die Zitate großer Männer? Was nützt uns was nützt jedem einzelnen die Erfahrung und Erkenntnis des anderen?

Ist ein Beweis für jeden einzelnen Menschen letztlich nicht nur sein ureigenes Erleben?

Ich wünsche mir, daß alle Menschen das Suchen nach diesem eigenen Erleben beginnen, möchte gewissermaßen jedem Mut machen Mut, seinen Blick für das Geistige zu öffnen.

Ich selbst bekenne aus meinem Leben, daß es eine tiefe, tragende Gottesverbindung gibt, die ganz und gar anders ist als das recht oberflächliche Gottesbild der Allgemeinheit.

Gott ist die Kraft, die jeden einzelnen und auch mich durchströmt und die uns alle verbindet.

Jeder kann durch die Hinwendung zu diesen geistigen Strömen, dadurch, daß er sich innerlich dieser Energiequelle öffnet, von diesen voll berührt, geheilt und gestärkt werden. Dann könnten diese geistigen Kraftströme das Leben sehr erfüllt und schön machen. Angst, Sorge und Schicksalsschläge gäbe es nicht mehr. In jeder Zelle unseres Körpers könnten wir die segenreiche Wirksamkeit dieser Ströme fühlen. Geborgen wären wir und frei so herrlich frei.

Ich wünsche jedem Menschen diese Gotteserfahrung.



Ich distanziere mich von jeder Art äußerlicher östlicher oder westlicher Religionsgemeinschaft. Das Ziel ist einzig und allein die Entwicklung jedes einzelnen zu seinem innersten und ewigen Selbst ohne jede Gruppeneinengung.

Lilo Halinger


 

5. Literaturverzeichnis
 
  [1] zitiert nach: Lincoln Barnett, Einstein und das Universum, Fischer Bücherei, erschienen im Februar 1962, Seite 143

[2] ebenfalls zitiert nach Lincoln Barnett Buch, Seite 16

[3] Roman Sexl und Herbert Kurt Schmidt, Relativitätstheorie Grundkurs Physik in der Sekundarstufe II, Schulverlag Vieweg, erschienen 1978, Seite 66

[4] Roman Sexl, Ivo Raab, Ernst Streeruwitz, Materie in Raum und Zeit Eine Einführung in die Physik Band 3, Verlag Moritz Diesterweg / Otto Salle / Sauerländer, erschienen 1980, Seite 13

[5] wieder zitiert nach Lincoln Barnetts Buch, Seite 17

[6] Bertrand Russell, Das ABC der Relativitätstheorie, herausgegeben von Felix Pirani, erschienen 1981, Seite 161

[7] zitiert nach Peter Berger, Philosophische Vertiefung des Physikunterrichtes, Vieweg Verlag, erschienen 1967, Seite 38

[8] zitiert nach Sexl, Raab, Streeruwitz wie bei [4], Seite 159

[9] Werner Heisenberg, Physik und Philosophie, Ullstein Verlag, erschienen 1973, Seite 139

[10] Albert Einstein, Herausgeber P. A. Schilpp, Philosopher-Scientists, The Library of Living Philosphers, Evanston, Illinois 1949, Seite 45

[11] Niels Bohr, Atomic Physics and the Discription of Nature, Cambridge University Press, London 1934, Seite 2

[12] W. Heisenberg wie bei [9], Seite 26

[13] zitiert nach M. Capek, The Philosophical Impact of Contemporary Physics, D. van Nostrand, Princeton, New Jersey, Seite 319

[14] H. Weyl, Philosophy of Mathematics and Natural Science, Princeton University Press 1949, Seite 171

[15] zitiert nach Lincon Barnett wie bei [1], Seite 133

[16] zitiert nach: H. R. Gabler Verlag Almoslechner, Wer was wie bin ich, Seite 78
 
 


   

Epilog
 
   
  Wer mit den Augen der Andacht geschaut,

Wie die Seele der Erde Kristalle baut,

Wer die Flamme im keimenden Kern gesehn,

Im Leben den Tod Geburt im Vergehn,

Wer in Menschen und Tieren den Bruder fand,

Und im Bruder den Bruder und Gott erkannt,

Der feiert am Tische des heiligen Gral

Mit dem Heiland der Liebe das Abendmahl.

Er sucht und findet, wie Gott es verhieß,

Den Weg ins verlorene Paradies.
 
 

Manfred Kyber