Psychowissenschaftliche Grenzgebiete


 
Thema: Die Bibel (Religionen, Glaube und WAHRHEIT) (1)
       

2.0 Verlieren die Deutschen den Glauben? (Erschienen 1994 im Magazin DAS BESTE )
 

Die folgenden Ergebnisse hat das Bielefelder Meinungsforschungsinstitut EMNID im Rahmen einer Exklusivumfrage für das Magazin "Das Beste" ermittelt. Ein repräsentativer Querschnitt von 1.500 Bürgern in der Bundesrepublik - 1.000 im Westen und 500 in den östlichen Bundesländern - wurden aufgefordert, zu seiner persönlichen Glaubenserfahrung Stellung zu nehmen und die Kirche als Institution zu beurteilen.

Offensichtlich ist es der ehemaligen DDR-Regierung gelungen, die Religion weitgehend aus dem Leben der Menschen zu verbannen, indem sie den Atheismusstaatlich förderte. Auch im Privatleben haben religiöse Riten eher geringe Bedeutung, vor allem für jüngere Menschen:


3.0 GOTT hat viele Gesichter

Der Tag der Geburt JESU, ist eines der größten Feste der christlichen Religion. Aber von den etwa 5,5 Milliarden menschen auf der Erde sind über eine Milliarde Christen! Die Zahl der Christen zerfällt in rund 59% Katholiken, 29% Protestanten und 12% Orthodoxe.

"Andersgläubige" beten im Namen "anderer" Götter. -

Deshalb lohnt es sich, vor den medialen Durchgaben aus Menetekel zunächst etwas mehr zu erfahren vom Glauben und Hoffen, vom Lieben und Hassen auf dieser Welt, in der Hoffnung, daß die Menschen einander besser verstehen lernen und erkennen, wie unsinnig Haß und Kriege sind.

Rund vier Fünftel aller Menschen gehören heute sechs großen Weltreligionen an:
 
CHRISTENTUM

JUDENTUM

ISLAM

HINDUISMUS

BUDDHISMUS

UNIVERSISMUS (mit zahlreichenVerästelungen)

"Aus dem Osten kommt das LICHT", heißt ein uraltes Wort.

Und tatsächlich kommt das LICHT, das "HEIL", kommen alle großen Religionen vom Abendland her gesehen aus dem Osten.




4.0 Häresie und Sekte

Im engeren Sinne bedeutet das griechische Wort hairesis das Studium einer frei gewählten philosophischen Lehre, im weiteren Sinne die Wahl einer bestimmten Lehrmeinung. Allmählich bekam das Wort jedoch eine abwertende Bedeutung. Heute bezeichnet es die Meinungen derer, die sich von der "Rechtgläubigkeit", das heißt, von der Kirche entfernten. Danach wäre die Häresie eine Folgeerscheinung, die den Inhalt der offiziellen Lehrmeinung in Frage stellt.

Nichts anderes gilt für eine Sekte:

Auch eine Sekte entsteht aus einer Meinungsverschiedenheit über Lehre, Kultus oder Brauch, die früher oder später zur Abspaltung von der Kirche führt. Die Sekte ist frei, ihr eigenes Bezugssystem zu entwickeln, und kann daher schneller als die etablierte Kirche auf neue geistige Bedürfnisse eingehen. Diese Anpassung der Sekten an gesellschaftliche Veränderungen bewirkt bei den etablierten Kirchen oft sehr positive Neuerungen. Doch kein Licht ohne Schatten: So führt die völlige Freiheit der Sekten bei der Festlegung ihrer Weltsicht manchmal auch dahin, das Göttliche allein auf den Vorteil ihrer Mitglieder auszurichten. Wie überall gibt es auch hier zwei Seiten:

Man sollte immer erst prüfen, bevor man Glaubensrichtungen aburteilt!
 
 

Ein schlimmes Beispiel kirchlichen Machtwahns ist die Geschichte der Katharer. Dieses Volk lebte in der zweiten Hälfte des 12. Jh. n. Chr. hauptsächlich in Südfrankreich und Oberitalien und war eine der größten religiösen Bewegungen des Mittelalters. Die Herkunft des im 12. Jh. belegten Namens ist unklar. Das Zeichen der Katharer war das Kreuz im Kreis - Symbol für die vier Elemente.

Grundlegend für die katharische Lehre war der Dualismus von zwei einander entgegengesetzten, fast gleichstarken Prinzipien, einem guten (GOTT) und einem bösen (Satan). JESUS CHRISTUS war nach ihrer Vorstellung kein wirklicher Mensch gewesen, sondern ein den Menschen als FÜHRER zur Erkenntnis des Guten aus dem Himmel gesandter Engel. Ihre Anhänger ersetzten die Sakramente der katholischen Kirche durch eine Taufe des Geistes (consolamentum), predigten Keuschheit und Armut. Als Heilige Schrift galt den Katharern lediglich das N. T. sowie die Psalmen und einige der Propheten des A. T. Motive ihrer Entstehung waren die Kritik an der Verweltlichung des Klerus und an den Mängeln der Seelsorge und Theologie sowie der Ruf nach einer armen Kirche und das Streben nach einem apostolischen. Leben. (Quelle: Brockhaus Enzyklopädie)

Die Katharer lehnten den dogmatisierten Kirchengott kategorisch ab. - Das sollte schlimme Folgen haben. Papst Innozenz III. wurde im Jahre 1198 mit 37 Jahren zum Papst gewählt. Er stellte sich dem katharischen Volk in den Weg und veranlaßte den Vernichtungskreuzzug. Ludwig VIII. übernahm die Leitung des Kreuzzuges gegen die Katharer. Er stirbt später auf der Heimreise. Die Geschichte spielte sich bei Montségur südlich von Toulouse in den Pyrenäen ab, wo das Hauptgebiet der Katharer lag. Zu den Anhängern der Katharer zählte fast der ganze Adel des Abendlandes. Als die Grafen von Toulouse und von Foix Partei gegen die Kirche und den König von Frankreich ergriffen, kam es im Zuge der Albigenserkriege zu einem Blutbad in Béziers (1209).

Als dann die Heere der Kirche die Hauptstadt Montségur belagerten, wurde folgendes Ultimatum gestellt: Entweder würden sich tausend Katharer freiwillig stellen und sich vor den Augen aller verbrennen lassen oder die Stadt würde mit ihren Einwohnern vernichtet und dem Erdboden gleichgemacht. Um ihr Volk zu retten haben sich tatsächlich tausend Katharer gefunden und sind, sich bei den Händen haltend, in das große Feuer gegangen. Die Geschichte endet damit, daß plötzlich ein blendend weißer Lichtstrahl aus dem Feuer herausgeschossen sein soll. Trotzdem wurden die Bewohner von der römischen Kirche unter Innozenz III. rücksichtslos ausgerottet. - Aus dem Wort "Katharer" ist das Wort "Ketzer" entstanden.

Die heutigen Besucher dieses Gebietes kommen durch einen Ort namens Bethlehem, der als Einweihungsstätte der Katharer diente. Es gibt dort eine Grotte, in der ein etwa zwei Meter hohes Pentagramm steht. In dieser Grotte wurden die Einweihungen durchgeführt. Feinfühlige Besucher sprechen von enormen immateriellen SCHWINUNGEN, die noch immer in der Grotte zu spüren sind. Innere Andacht und Rührung intensivster Art fesselt die dort Anwesenden.

In einem anderen Ort dieses Gebietes wurden Katharer bei lebendigem Leib begraben und eingemauert. Noch heute kann man die Stellen erkennen, wo in einem Kreis sitzend, Katharer sich bei den Händen haltend in Übergabe an GOTT gestorben sind. Menschen mit feinen Antennen sprechen von gewaltigen ENERGIEN, die an diesen Orten schwingen. Diese rein geistigen ENERGIEN sind für diejenigen spürbar, die sich ihre feinen Antennen nicht kappen ließen. Sie sind spürbar für Menschen, die ihr göttliches ERBE besser verwaltet haben als andere es tun.

Es gibt ein berühmtes Gemälde, das Katharer in amethystfarbenen Kleidern dargestellt, wie sie sich in ein großes Feuer werfen. Die Katharer wußten nämlich, daß der Tod nur durch die dogmatische Lehre in den Köpfen der Menschen existiert. Im Falle der Katharer machte ihnen der physische Tod als Wechsel der Lebensform nicht viel aus. Sie wußten, daß das Leben aus Übergängen und Phasen besteht, und daß jeder Mensch seinen individuellen Weg gehen muß und jede Kinderseele die Wahl hat, auf Erden zu inkarnieren oder nicht. Somit hatten sie, in einer für sie ausweglosen Situation, weniger Probleme ihren gewaltsamen Übergang akzeptieren zu können als die Masse ihrer damaligen Zeitgenossen.

In diesem Zusammenhang ist folgender Gedanke interessant: Wenn man akzeptiert, daß Kinder vor ihrer Geburt die Wahl haben, auf Erden zu inkarnieren, tragen dann die Eltern überhaupt eine Verantwortung für ihre Kinder? - Im Grunde genommen ist dies nämlich eine rein menschliche Rationalisierung, wenn wir meinen, die Verantwortung zu besitzen. Liest man z. B. eine beliebige Heilige Schrift, so steht darin die menschliche Interpretation der Kraft GOTTES. Aber GOTTES Kraft ist mehr - viel mehr! Man kann vieles mit dem Verstand verstehen, manches wird erklärt und für den dreidimensionalen Verstand zurechtgezimmert und dogmatisiert, doch GOTT ist mehr als eine Erklärung und mehr als jedes Dogma. Immer sind es rein menschliche Überlegungen.

Vieles, was in den Heiligen Schriften steht, kann der heutige Mensch nicht verstehen. Viele Heilige Schriften entsprechen nicht mehr dem Original. Außerdem stehen sie in Konflikt mit gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nicht wegzudiskutieren sind. Doch ein Gefühl von ECHTHEIT und WAHRHEIT in der Tiefe der menschlichen Seele resoniert bei einigen gelesenen Sätzen, Absätzen, Artikeln oder in bestimmten Situationen. Auch das kann man rational nicht erklären. -

Die Seele ist "gefangen" in einem materiellen Körper. Dies sahen auch die Katharer so. Ihr angestrebtes Ziel war es, über viele Inkarnationen des Lernens zurückkehren zu können zur QUELLE ALLEN SEINS. Vieles deutet darauf hin, daß die Katharer eine ausgeprägte kosmische, innere Sicht hatten. Sie waren sehr stark zur seelischen Seite hin ausgerichtet und weniger auf die rein körperliche Seite, die mit der Erde zu tun hat, zu der sie gehört.

Im irdischen Leben sollten beide Dimensionen, die materielle und die geistige, in Harmonie miteinander gebracht werden.
 
 

5.0 Die sechs großen Religionen der Erde
 

Das Christentum

Jesus Christus war der Begründer der christlichen Religion. Aus dem Neuen Testament leiten sich die Lehren aller christlichen Kirchen ab. Ihr gemeinsames Symbol ist die Heilige Dreieinigkeit: Gottvater, Sohn und Heiliger Geist. Einig sind sie sich auch in dem Wunsch nach Gnade und Vergebung und in der Hoffnung, nach dem Tod einen Platz im Paradies zu finden. Zahl der Gläubigen: über eine Milliarde. Etwa 659 Millionen sind römisch-katholisch, 272 protestantisch, 142 sind orthodoxe und 27 Millionen gehören Splittergruppen an.
 
 

Das Judentum

Moses gilt als der eigentliche Gründer der israelitischen Religions- und Volksgemeinschaft. Um das Jahr 1250 v. Chr. führte er einige von den Ägyptern unterdrückte Volksstämme ins "Gelobte Land" Kanaan, das spätere Palästina. Sie nannten sich "Angehörige des Stammes Juda". Aus dieser Zeit stammen die historischen Grundlagen und Ansprüche der Juden, die ihre Religion mit der Volkszugehörigkeit zu einer Einheit verknüpften. Weltweit gibt es etwa 15 Millionen Juden, davon rund 3,5 Millionen in Israel.
 
 

Der Hinduismus

Der vielarmige Schiwa ist einer der Hauptgötter des Hinduismus, der ältesten Religion der Welt. Der höchste Gott, Brahma, wird nicht mehr bildlich dargestellt. Man muß ihn sich als Symbol denken. Die sogenannte "Ewige Religion" kennt weder einen Stifter noch eine allgemeinverbindliche Lehre. Der Hinduismus ist am stärksten in Indien vertreten. Er fordert von seinen Gläubigen vor allem die Zugehörigkeit zu einer Kaste und die Anerkennung der "Veda", der Offenbarung. Zahl der Gläubigen etwa 444 Millionen.
 
 

Der Islam

Mohammed (570-632 n. Chr.) fühlte sich durch überirdische Gesichte und Stimmen zum Propheten Allahs berufen. die göttlichen Mitteilungen sind im Koran, der wichtigsten Heiligen Schrift des Islam, zusammengefaßt. In blutigen Kriegen sorgte Mohammed für die Verbreitung seiner Lehren im arabischen Raum. Der Islam hat es immer verstanden, direkten Einfluß auf das politische Geschehen zu nehmen. Er ist die einzige Weltreligion, die bis heute "Heilige Kriege" führt. Anhänger etwa 550 Millionen.
 
 

Der Buddhismus

Buddha, der "Erleuchtete", lautete der Ehrentitel des Religionsstifters Siddhartha Gautama, der von 560 bis 480 vor Christus in Indien lebte. Die Buddhisten dürfen als einzige große Glaubensgemeinschaft dieser Erde auch noch anderen religiösen Richtungen angehören. Höchstes Ziel der Buddhisten ist der Eintritt ins Nirwana - das entspricht dem christlichen Himmel. Dort wird die Seele gereinigt und kehrt in einem neuen Körper und geistig eine Stufe höher zur Erde zurück. Anhänger rund 400 Millionen.
 
 

Der Universismus

Konfuzius, 551 vor Christus geboren, war der Stifter einer Religionsgemeinschaft, die mit ähnlichen Lehren in china unter dem Begriff "Chinesischer Universismus" vereinigt wurde (über 2500 Jahre lang chinesische Staatsreligion, 1949 von Mao Tse-tung verboten). Die Universisten verehren keine Götter im Sinne anderer Religionen. Eine "Weiterentwicklung" ist der in Japan verbreitete Schintoismus. Oberste Pflicht der Gläubigen: Die Ehrerbietung gegenüber den Eltern bis nach deren Tod. Anhänger etwa 400 Millionen.
 
 

5.1 Die monotheistische Religionen

5.2 Das Judentum

Die heilige Schrift des Judentums ist die hebräische Bibel. diese unterscheidet sich vom christlichen Alten Testament, da hier einige Bücher hinzugefügt wurden, die nicht in Hebräisch vorliegen. Durch diese Ergänzung wird zwar in der Praxis die Lehrmeinung nicht verändert, aber:

Das Judentum ist die erste Religion der Menschheit, die die Existenz eines einzigen Gottes lehrt (Monotheismus) und die älteste der drei Religionen, die auf Abraham zurückgehen - die beiden anderen sind das Christentum und der Islam.

Im engeren Sinne ist das Judentum die Religion des Jüdischen Volkes nach der Zerstörung des ersten Tempels und dem ersten Babylonischen Exil im Jahre 587 v. Chr. Davor sollte man eher von "israelitischer Religion" sprechen.

Das Judentum, dem heute rund 15 Millionen Menschen angehören, wurde zur Quelle des Christentums, zu dem sich heute über eine Milliarde Menschen bekennen und später auch des Islam, der 550 Millionen Anhänger hat.

Die Juden als Gläubige einer Religion der "geschichtlichen Gottesoffenbarung" und der "Schriftbesitzer" schreiben nach ihrer Zeitrechnung heute das Jahr 5741 seit Erschaffung der Welt, wie sie im Buch Moses in der Genesis geschildert wird. Sie glauben wie Christen und Moslems an eine Vergeltung der guten und der bösen Taten im Jenseits und an die Auferstehung von den Toten. Sie glauben an einen unsichtbaren, persönlichen und einzigen Gott, der den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat und der das Volk Israel unter allen Völkern auserwählte, damit es die Herrschaft Gottes bezeuge: Das Judentum ist eine Nationalreligion und nicht ohne weiteres auf Andersgläubige zu übertragen. Man wird als Jude geboren! Man kann es nicht einfach durch Bekehrung werden. - Missionstätigkeit gibt es nicht.

Die Juden glauben, daß eines Tages der "Messias" kommen und den Beginn des Gottesreiches auf Erden verkünden wird. Weil der Mensch äußerlich ein Ebenbild Gottes ist, soll er bestrebt sein, auch innerlich Gott nachzueifern, dessen höchste Eigenschaft "Gerechtigkeit" ist. Gerecht zu sein gegen jedermann, nicht das Eigentum des Nächsten zu begehren, keine Zinsen zu nehmen und sich der Armen zu erbarmen, vor allem aber Gottes Gebote und Verbote zu befolgen, das ist die größte Pflicht des orthodoxen Juden. Indem er sie streng befolgt, kann er die Seligkeit gewinnen. 613 Vorschriften - 248 Gebote und 365 Verbote - sind in der Thora, der Gesetzesrolle, enthalten, jenen fünf Büchern Mose, die auf Pergamentrollen geschrieben in der Bundeslade der Synagogen aufbewahrt werden: Worte Gottes, dessen Name der fromme Jude auszusprechen sich scheut und ihn daher stets mit anderen Vokabeln umschreibt.

Das Judentum kennt keine Priesterkaste. Der Rabbi ist kein Pfarrer im christlichen Sinne. Er ist Verwalter der Synagoge, ist Lehrer und Richter in allen religiösen Fragen, dessen Rat der Gläubige in Zweifelsfällen der Schriftauslegung einholen muß. An solchen Zweifelsfällen ist kein Mangel. Denn fast das ganze Alltags- und Familienleben ist in strenge Gebote und Verbote eingebunden. Was man wann, wie und wo essen, welche Kleidung man tragen, wann man heiraten und sogar wann man Geschlechtsverkehr haben darf oder nicht: alles ist festgelegt.

Man mag darüber lächeln. Man mag manche dieser uralten Ge- und Verbote heute für unsinnig halten. Gewiß ist dies: Die gemeinsame Pflicht, diese Regeln zu beachten, die strenge Disziplin des Glaubens, hat entscheidend dazu beigetragen, daß das zahlenmäßig kleine Volk Israel als einziges Volk des Altertums bis zum heutigen Tag überlebt hat! Verweht sind die Spuren der Hethiter und Phönizier, der Assyrer, Skythen und Philister. Geblieben ist, trotz der Verwüstungen im Mittelalter, trotz Auschwitz und trotz PLO, jenes Volk Israel, das vor nunmehr rund 3.200 Jahren seinen "Bund" mit dem allmächtigen GOTT am Berg Sinai geschlossen hat.
 
 

5.3 Das Christentum

Das Christentum hat die hebräische Bibel übernommen und ihre eigene Ergänzungen hinzugefügt. Es hat aber nicht alle Schriften akzeptiert, die verfaßt wurden, um den Menschen die Sendung Jesu mitzuteilen. Seine Kirche hat sehr viele Eingriffe in die Vielzahl der Bücher vorgenommen, die von Leben und Lehre Jesu berichten. So bewahrte sie im Neuen Testament nur eine begrenzte Anzahl von Schriften, deren wichtigste die vier kanonischen Evangelien sind.

Das Christentum unterscheidet sich von den anderen großen Religionen vor allem dadurch, daß es seinem Stifter, JESUS von Nazareth, göttliche Verehrung zuteil werden läßt. Weder Moses noch Mohammed oder Buddha werden als Götter verehrt. Sie gelten als begnadete Menschen, die GOTTES Botschaft verkündeten oder den rechten Weg zum Heil der Menschen gewiesen haben. Auch JESUS von Nazareth hat nie von sich behauptet, selbst ein GOTT oder auch nur GOTTES leiblicher Sohn zu sein, wie es die christliche Kirche heute lehrt. Er sprach von GOTT als seinem "VATER", von den Menschen als "GOTTES Kindern" - wohl um seine besondere Botschaft von der innigen, liebevollen Beziehung GOTTES zu den Menschen zu verdeutlichen.

Ebenso ist es gewiß, daß JESUS wohl nie eine eigene Kirche gründen wollte. Begründer wurde vielmehr ein jüdischer Pharisäer, der zuvor die jüdische Sekte der "Christen" bis aufs Messer bekämpft hatte: ein gewisser Saulus aus der Stadt Tharsos in Kleinasien. Durch eine visionäre Erscheinung CHRISTI bekehrt, konvertierte er zum Christentum, nannte sich fortan "Paulus" und verbreitete die neue Lehre unter den nichtjüdischen "Heiden". Vier Jahrhunderte später war aus der verfolgten und verspotteten jüdischen Sekte die größte Religion und Kirche des Abendlandes geworden. Nach der Lehre dieser Kirche hat GOTT seinen "eingeborenen Sohn" zur Erde herabgeschickt, um dort das Kommen SEINES REICHES anzukündigen und durch den Opfertod am Kreuz die Menschen von der Erbsünde zu erlösen, die seit Adams Sündenfall unaufhörlich und unabwendbar fortvererbt wurde. Eine Erlösung jedoch, die nur dem zuteil werden kann, der sich zu CHRISTUS und seiner Botschaft bekennt. Ewige Höllenstrafe und Verdammnis aber bedrohe alle, die sich ihr verweigern. Das Leben CHRISTI wird in den vier von der Kirche anerkannten Evangelien, die Matthäus, Markus, Lukas und Johannes zugeschrieben werden, erzählt, wobei die ersten drei dieser Evangelisten wegen ihrer Ähnlichkeit auch synoptische (griech. "nebeneinandergestellt") Evangelien genannt werden. Die nicht von der Kirche anerkannten apokryphen Evangelien berichten kleine Geschichten, z. B. aus der Kindheit CHRISTI, so das Evangelium des Jakobus.

Neben die Lehre von der Vergebung aller Sünden durch GOTTES GNADE hat es den sengenden Scheiterhaufen der Inquisition gestellt, hat es mit Feuer und Schwert die "Heiden" zur Annahme des "rechten Glaubens" gezwungen und dabei Unmengen von Blut vergossen. Und neben mildtätiger Krankenpflege, Armenbetreuung und gütiger Seelsorge für den Nächsten finden wir jene Priester, die noch in unserem 20. Jahrhundert inbrünstig die Waffen segneten, mit denen Christen andere Christen umbrachten, nur weil sie einer anderen Nation angehörten. Es ist tragisch, daß ausgerechnet jenes Christentum, das seine Wurzeln in der Lehre des Juden JESUS und in der Religion des Juden Moses hat, im Laufe seiner Geschichte zum gnadenlosen Verfolger eben jenes Judentums geworden ist. "Denn", so schreibt der Religionswissenschaftler Helmuth von Glasenapp, "das Christentum erhebt den Anspruch, die einzige, wahre, absolute Religion zu sein, von deren Annahme das ewige Heil der ganzen Menschheit abhängig ist." - Eine Religion allerdings, die trotz dieses Anspruchs, "alleinseligmachend" zu sein, heute in mehr als zweihundert verschiedene Sekten zerfallen ist: von Katholiken, Orthodoxen bis zu Quäkern, von Baptisten bis zu Adventisten, von Presbyterianern, Zeugen Jehovas, Unitariern und Kopten bis zur Heilsarmee.

Die Christen behaupten: JESUS war der Messias, der von GOTT gesandte Erlöser der Menschheit. Die Juden sind überzeugt: Er war es nicht. Das Christentum verdankt seine Entstehung der Tatsache, daß die Juden sich weigerten, JESUS als Messias anzuerkennen. Hätten sie es getan, dann würde es heute keine Juden, sondern nur noch Christen geben.