Das Jenseits - Nachtrag

- 2 - Der körperlichen Zustände, welche das Eindringen von Geistern in einen Menschen begünstigen , gibt es verschiedene. Oft ist eine solche Beeinträchtigung einer in der natürlichen Veranlagung be- gründeten medialen Empfänglichkeit zuzuschreiben oder einer Erschöpfung des Nervensystems oder einer plötzlichen seelischen Erschütterung. Auch rein körperliche Störungen begünstigen das Besessenwerden. Wenn die natürliche Lebenskraft geschwächt ist, leistet der Organismus geringe- ren Widerstand, und andrängenden Geistern wird leichter Eingang gewährt, obwohl sehr oft weder der Sterbliche noch der Verstorbene von der Anwesenheit des anderen etwas weiß! Diese Beeinträchtigung durch Geister verändert den Charakter des davon Befallenen. Es entsteht daraus eine offensichtliche Veränderung der Persönlichkeit, bei der zuweilen mehrere fremde Per- sönlichkeiten zugleich oder in scharf geschiedenem Nacheinander dargestellt resp. nachgeahmt werden. Häufig verursacht solcher Geistereinfluß ausgesprochene Verrücktheit der verschiedensten Grade, von einfacher Verstandesverwirrung über alle Formen von Irresein, Amoklauf, Hysterie, Fallsucht, Schwermut, Granat-Schock, Stehlsucht, Blödsinn, religiösem und Selbstmord-Wahn, wie auch Ge- dächtnisverlust, seelisch bedingte körperliche Gebrechlichkeit, Trunksucht, bis zu unbeherrschba- rem Hang zur Unsittlichkeit und Grausamkeit, Vertiertheit und anderen Formen schwersten Verbre- chertums. Die Menschheit ist umschwirrt vom Gedankeneinfluß von Millionen entkörperter Geister, die den höheren Sinn des Lebens noch nicht erfaßt haben ! Erkennt man das als Tatsache an, dann erklärt sich aus ihr deutlich eine Unmenge von Erscheinungen, wie unerwünschte Gedanken, unbegründete Erregungen, seltsame Ahnungen, Launen, Reizbarkeit, übertriebene Erregbarkeit, unvernünftige Leidenschaftsausbrüche, unlenksame Wahnbefangenheit und zahllose andere Entgleisungen im Gemüt und Denken. Über Fälle von Geisterbeeinflussung und Besessenheit haben wir zahllose Berichte von den ältesten Zeiten her bis in unsere Tage. Dr. Tyler , der bekannte englische Anthropologe, sagt in seinem Bu- che 'Primitive Culture' (Ursprungs-Kultur): 'Es wird nicht zu viel behauptet, wenn man sagt, daß sich der Glaube an dämonische Besessenheit, als we- sentlich gleichbleibende Theorie zur Erklärung für wesentlich gleichartige Tatsachen, bei der Hälfte der Menschheit lebendig erhalten hat. Alle Vertreter dieses Glaubens stehen folgerichtig auf den Schultern ih- rer Vorfahren seit 'Urzeit'! In Müllers 'Urreligionen' finden wir folgende Bemerkung: 'Die allgemeine Ansicht der Naturvölker ist noch heute, daß solche Krankheiten, wie Epilepsie, Hysterie, Delirium, Verblödung und Irrsinn, durch Geister verursacht werden, die vom Körper Besitz ergreifen'. Homer nimmt wiederholt Bezug auf dämonische Einwirkung und sagt: 'Ein Kranker, der dahinsiecht, ist einer, den ein böser Geist angeblickt hat.' Plato behauptet, daß Dämonen Menschen besessen machen . Sokrates spricht geradezu von Dämonen, welche die Irren beeinflußten . Plutarch schreibt: 'Gewisse herrschsüchtige Dämonen suchen sich zur Befriedigung ihrer Gelüste eine noch im irdischen Körper lebende Seele; da sie (als körperlose Geistwesen) ihren irdischen Leidenschaften anders nicht mehr Genüge verschaffen können, reizen sie Menschen auf zu Aufruhr , Wollust , Eroberungskriegen und erreichen auf diese Weise das, wonach es sie gelüstet.' Josephus sagt: 'Dämonen sind die Seelen böser Menschen.'

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