Das Jenseits - Nachtrag

- 32 - August 1967 Die Erforschung des Geistigen Reiches (von Herbert Viktor Speer) Gestern, unterhielt ich mich mit einem blinden Klavierstimmer, der seinen Beruf nur mit Gehör und Tastsinn ausführte. Ich machte ihn darauf aufmerksam, daß er nicht immer in dieser Dunkelheit zubringen müsse, denn mit dem Heimgang ins Geistige Reich beginnt das GEISTIGE AUGE zu sehen. Leider bekam ich folgende Antwort: "Mich interessiert nur, ob das Geld stimmt und das Bier in Ordnung ist - und damit basta!" Diese Antwort betrifft nicht nur diesen Blinden, der auch geistig blind ist, sondern die Mehrheit der Erdenmenschheit in allen Schichten. Wer so denkt, weiß nichts von den Gefahren, in die er sich begibt. Wir wissen aus Erfahrung, daß die Jenseitigen, mit denen wir es zu tun haben, sehr gut se- hen können. Aber diese Sehstärke trifft nicht für alle Jenseitigen zu. Im Gegenteil - es gibt auch im Geistigen Reich unendlich viele BLINDE, die ihre Blindheit ihrem verpfuschten Erdenleben zuzu- schreiben haben. • Ein Mensch, der auf Erden hervorragend sehen konnte, kann im Geistigen Reich ein hilflo- ser Blinder sein und es können Jahrzehnte vergehen, bis er allmählich ein Sehender wird. Nun könnte man erwidern, daß GOTT grausam sei, wenn das wahr wäre. Es ist wahr! Aber GOTT ist keinesfalls grausam, denn diese Blindheit im Jenseits müßte nicht sein. Im Gegenteil - der Mensch kann - wenn er nur will - im Jenseits besser sehen, als er es je in seinem Erdenleben konn- te. Dabei braucht er nicht einmal allzuviel dazu zu tun. Er muß nur Mensch sein , wenn er im Jen- seits die göttlichen GABEN des MENSCHSEINS in Anspruch nehmen will. Wenn ein Erdenmensch seinen Beruf ausüben kann, sich um die Familie kümmert und sich in die menschliche Gesellschaft einreiht, ohne asozial zu sein, so genügt das nicht! Menschsein verlangt etwas mehr - nämlich die richtige Einstellung zur Menschheit . Die richtige Grundeinstellung lautet: LIEBE DEINEN NÄCHSTEN! • Es gibt kein Tier auf dieser Welt, das sich anders gibt, als es wirklich ist. Der Mensch macht hier eine Ausnahme, da er sich anders gibt als er nach seiner menschlichen Existenz sein sollte . Ein Mensch kann sich so entsetzlich benehmen, daß man das Menschliche in ihm vergeblich sucht. Das Wort "Mensch" hat keine festumrissene Bedeutung. Unter diesem Be- griff kann man sich alles Mögliche vorstellen: Von einer Bestie bis zu einem Heiligen. • An dem Begriff "Mensch" ist die gepriesene Philosophie erkenntnislos vorbeigegangen. Es ist nicht zu fassen, wie es unter Menschen möglich sein kann, unglaublich negativen Schund zu verherrlichen, Laster anzupreisen und die Religion der Nächstenliebe zu verspotten. Atheisten sa- gen, daß die Religion nur eine Beruhigungspille für primitiv denkende Menschen sei. Tatsächlich werden religiöse Menschen für dumm gehalten. • Aus diesem Grund schämt man sich bereits, seine religiöse Einstellung öffentlich zu be- kennen. Nicht einmal unter Familienangehörigen ist das heute noch möglich. Der eine darf nicht wissen wie der andere darüber denkt. Wir müssen leider feststellen, daß die Theologie die Erdenmenschheit auf ein falsches Gleis geführt hat. Wissenschaftliche Erkenntnisse lassen sich nicht mehr mit falschen Interpretationen biblischer Wunder vereinbaren. Also brauchen wir eine richtige Interpretation des Übersinnlichen. Diese Möglichkeit bietet uns der Kontakt zum Geistigen Reich. Nur auf diese Weise lassen sich die Irrtü- mer klären. Vor dem Hintergrund einer derart wichtigen und schwierigen sowie auch kostspieligen Aufgabe haben wir es nicht nötig, uns von Unwissenden verspotten zu lassen. Wir verlangen wis- senschaftliche Beachtung und ehrliche (!) Diskussion. Wir leisten einen beachtlichen Dienst an der Menschheit, die - ohne es zu ahnen - am Rande der Erblindung steht.

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