Politik für wen? - Nachtrag

- 19 - Dezember 1959 Frage : Kannst du uns etwas über die Zukunft im neuen Jahr sagen? ARGUN : Für Berlin gibt es keine ausschlaggebende Krise. Es wird eher eine Beruhigung eintreten. Es kann sogar mit gewissen Preissenkungen auf dem Ernährungssektor gerechnet werden. Ich darf euch sagen, daß ich bis Ende März 1960 gute Sicht habe. Es sind keine Gründe für irgendwelche Beunruhigungen vorhanden. Die politische Besserung betrifft die ganze Welt. Die Sowjetunion hat neue eigene Bodenschätze entdeckt und daher verliert sich das Interesse an der Ausbeutung Ostdeutschlands. • Zwischen der Sowjetunion und dem Westen sind viele Geheimabkommen geschlossen worden, die sehr positiv zu werten sind. Eine langsame Einigung wird der erste Schritt zu einer Wiedervereinigung sein. - Eine allgemeine Abrüstung wird der zweite Schritt. - Der dritte Schritt bleibt abzuwarten. Die Weltraumforschung interessiert mehr, als das politische Streben. Frage : Der dritte Schritt interessiert uns am meisten. Wird er überhaupt einmal getan werden? ARGUN : Das Katz-und-Maus-Spiel wird seinen Reiz verlieren. Die Sowjetunion wird auch diesen Bissen einmal in den Topf zurücklegen, weil er nicht mehr schmeckt und andere Ereignisse viel interessanter sein werden. Das wäre der politische Teil. Januar 1960 Frage : Lieber ARGUN, wir möchten gern wissen, was aus Berlin wird. ARGUN : Daß Berlin einmal wieder die Hauptstadt von Deutschland wird, daran gibt es unsererseits keinen Zweifel mehr. - Ihr müßt warten! März 1960 Frage : Besteht überhaupt die Möglichkeit, daß die Erdenmenschheit einmal in wirklicher Freiheit leben kann? AREDOS : Es gibt keine einzige Form einer Freiheit, die nicht zugleich eine Verantwortung in sich schließt. Die höchste Verantwortung hat GOTT dem Menschen übertragen. • Der Mensch hat somit die volle Verantwortung gegenüber der materiellen Schöpfung. Erst das volle Bewußtsein dieser auferlegten Verantwortung führt nach und nach zu einer vollkommenen Freiheit. Wer das Wort "Freiheit" gebraucht, der bekennt sich unbewußt zu GOTT; denn Freiheit ist ein hoher göttlicher Begriff. Frage : In der Sowjetzone verbreitet man ein Buch, das ein Lehrgang zum Atheismus sein soll. Wir nehmen an, daß dieses Buch einen großen Schaden unter den Menschen anrichten wird. Wie urteilt das Geistige Reich über derartige Machenschaften? AREDOS : Jede atheistische Propaganda ist zu verurteilen. Doch ein "Lehrgang zum Atheismus" ist ein solcher Unsinn, daß er ins Gegenteil umschlagen muß. Jeder vernünftige Mensch, der dieses Buch liest, wird erst recht dazu veranlaßt, über GOTT und alle religiösen Lehren und Wunder nachzudenken. Sein Urteil wird lauten: Das Buch ist nur eine große Gemeinheit politischer Fanatiker.

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