Reinkarnation und Karma - Nachtrag

- 19 - Auszug aus: "Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen" (Karl Baus, Hans-Georg Beck, Eugen Ewig, Hermann Josef Vogt, Zweiter Halbband, 1975, Herder-Verlag, Freiburg.) Auf Seite 36 heißt es: Mit Justinian geht eine Ära der Kirchengeschichte zu Ende. Aus seiner eigenen politischen Sicht heraus mag sein Wirken im Raum der Kirche folgerichtig gewesen sein, für die Kirchengeschichte selbst beginnt es erfolgversprechend orthodox, weicht dann "theopaschitisch" auf, um in den Jahren um 536 geradezu papsttreu zu wirken. Dann aber führt der Weg zu den Drei Kapiteln, und er opfert ein altes, nüchternes, kostbares, theologisches Erbe auf dem Altar einer Politik, die in sich hoffnungslos war. Daß ihm große Teile der Kirche auf diesen gefährlich dilettantischen Wegen folgten, brachte der Kirche theologisch eine Verarmung ein, die lange nicht mehr wettzumachen war, ganz abgesehen davon, daß es von der theologischen Standfestigkeit der Bischöfe kein gutes Zeugnis ablegt. Bemerkenswert war vor allem der Stil, mit dem der Kaiser seine Ideen durchsetzte. So wie er mit Dogma und Glauben umsprang, ohne die kirchliche Lehrautorität zu achten, war kein Kaiser vor ihm verfahren, und kaum einer – abgesehen vielleicht von Manuel I. im 12. Jh. – ist ihm darin nachgefolgt. Fazit: Die Streichung der gesamten Inkarnationslehre aus der Bibel war eine rein politische Entscheidung, die auf den Kaiser Justinian und seiner im Hintergrund wirkenden Frau Theodora zurückzuführen ist. Bis heute ist die Kirche zu feige, diesen Fehler rückgängig zu machen. * * * * * * *

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