Zeilen aus dem Jenseits

Daseins. Ist sie doch unbeschwert und frei von allen Anzüglichkeiten. Gustl war mein „Kavalier“ und ich freute mich jedes Mal über den Kontakt mit ihm. Er hatte auch aufgehört, Liesl mit ihren „nichtvorhandenen“ Fähigkeiten zu nerven, und so konnte auch sie unser gemeinsames Zusammensein so recht von Herzen genießen. Wir beide, Liesl und ich, stellten uns allerdings die Frage, ob Gustl auch weiterhin das Angebot an Schulungsmöglichkeiten ernsthaft in Betracht ziehen würde. Und siehe da, er tat es! …Es ist ganz eigenartig, ich sollte nämlich mein Erdenleben langsam aus meinen Erinnerungen streichen und mich viel wichtigeren Gegebenheiten zuwenden, aber – das will und will mir nicht gelingen! Immer und immer wieder sehe ich die Bilder eines gelebten Lebens an meiner Seite und du bist immer dabei. Wie ich es auch drehe und wende – du bist immer dabei. Es ist mir auch bewusst, dass ich nur zweite Wahl für dich war, aber die Wahrheit ist, dass wir beide dieses Leben gemeinsam leben sollten, du und ich, sonst keiner. Ich habe es hier an Ort und Stelle erfahren, denn mittlerweile weiß ich das DARUM aus dem WARUM, denn ich durfte an einer Studie teilnehmen, die mein Wissen in großem Maße erweitert hat. Nur – ich darf nicht mit dir darüber plaudern. Erst dann, wenn du hier bei mir bist. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass meine Studie nicht die deine ist. Die musst du dir selbst erarbeiten – das ist eben so, und wenn hier etwas schon so ist, dann ist es unabänderlich. Du weißt, ich mag diese Tatsachen nicht, aber seltsamerweise – hier passt es her, es gehört hier einfach dazu. Das ist die Geduld und Duldsamkeit dem Gesetz des Universums gegenüber. Meine Gefährten hier – einige sind schon um sehr viel mehr im Wissen weiter – erklären es mit Demut GOTT gegenüber. Und ich weiß mittlerweile, dass sie im Recht sind. Nur – ich kann mit diesem Begriff nicht viel anfangen. Aber, das kommt sicher noch, denn ich bin lernfähig. Auch habe ich ein neues Gewand erhalten, ein etwas helleres und sehr angenehm zu tragen. Viele von uns tragen auch so ein Kleid, wir sehen alle gleich damit aus. Und das hat wiederum etwas damit zu tun – mit der Gleichheit aller vor GOTT. Darin kenne ich mich schon aus, das habe ich sofort begriffen und – seltsamerweise – auch sofort annehmen können. Hier ist es wahrhaftig und ehrlich – ich bin so froh darüber, denn auch noch Standesunterschiede nach dem körperlichen Tod – das würde ja wohl ein Paradoxon bedeuten. Und – ich bin ganz zahm geworden, wenn die anderen mit ihren Helfern diskutieren. Ich höre meist nur zu und versuche, mir meine eigenen Bilder zu schaffen. Mit diesen

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