- 46 - In diesen Worten verkündet Christus dieselbe Lehre, die in der Bitte des Vaterunsers enthalten ist: 'Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern' und die er im direkten Anschluß an das Vaterunser in den Worten ausgesprochen hat: Matthäus 6, 14: 'Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebet, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; wenn ihr aber den Menschen nicht vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.' Weil eine Gewalt der Sündenvergebung, wie sie die katholische Kirche für sich in Anspruch nimmt, nicht besteht und nicht bestehen kann, ist sie auch niemals in den ersten christlichen Zeiten gelehrt oder ausgeübt worden. Deshalb wurde früher von den Christen auch nie ein Sündenbekenntnis vor einem Priester verlangt. Die Menschen des ersten Christentums wurden aufgefordert, entsprechend der Lehre Christi, einander die Sünden zu bekennen; nämlich die Sünden, die sie gegeneinander begangen hatten. Sie sollten das Unrecht, das sie ihren Mitmenschen zugefügt hatten, diesen eingestehen und dadurch die Versöhnung herbeiführen. Dies ist ja auch der einzige und schnellste Weg der Aussöhnung. Wenn dich jemand beleidigt hat und er kommt zu dir und gesteht sein Unrecht ein, dann reichst du ihm gern die Hand zur Versöhnung. Dazu fordert ja auch Christus mit den Worten auf: Matthäus 5, 23 – 24: 'Wenn du deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, daß dein Bruder etwas wider dich habe, so laß deine Gabe dort vor dem Altare und geh zunächst hin und versöhne dich mit deinem Bruder. Alsdann komm wieder und opfere deine Gabe.' Wäre zur Sündenvergebung das Bekenntnis vor einem Priester und dessen Lossprechung erforderlich, dann würden Christus und die Apostel es nicht unterlassen haben, immer wieder darauf hinzuweisen. Denn es wäre das Wichtigste der ganzen christlichen Lehre gewesen, weil ja ohne Sündenvergebung niemand in das Reich Gottes eingehen kann. • Aber weder Christus noch die Apostel kennen die Beichte vor einem Priester oder deren Lossprechung. Beichte und priesterliche Lossprechung sind Menschensatzungen, die dem Gläubigen den Weg zu Gott nicht erleichtern, sondern bedeutend erschweren, indem sie ihn in falsche Sicherheit wiegen. Er beichtet und empfängt die Lossprechung des Priesters und meint nun, damit sei zwischen ihm und Gott wieder alles in Ordnung. Damit wird er das Opfer einer großen Täuschung! • Jeder Irrtum in den Heilswahrheiten ist mit einem Irrweg zu vergleichen, der den Wanderer dem Ziel nicht näher bringt, sondern vom Ziele i mm e r w e i t e r e n t f e r n t .
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