– 121 – Kundgaben verstorbener Komponisten Zur Beurteilung der Frage, ob Verstorbene geistig weiterexistieren, ob ihre Persönlichkeitsstruktur und ihre Erinnerungen nach dem Tode fortbestehen, können wir nur das uns bei parapsychologischen Versuchen angebotene Erfahrungsmaterial verwenden. Meist wird es durch Medien gewonnen. In diesem Material, in diesen Durchgaben müssen die ganz persönlichen Eigentümlichkeiten, das ganz spezielle Wissen des angeblich Fortlebenden zum Ausdruck kommen. Zu den besonderen Eigentümlichkeiten können aber auch außerordentliche dichterische, musikalische und malerische Fähigkeiten gehören. Gerade Komponisten haben meist ihre eigene Ausdrucksform entwickelt, an der sie erkennbar sind und durch die sie sich von anderen Komponisten unterscheiden. So verwundert es also nicht, dass bei der Erörterung der Überlebensfrage sich auch verstorbene Komponisten zu Wort melden. In Wimbledon (früher in Balham) bei London lebte eine verwitwete Engländerin namens Rosemary Brown (geb. 1922, gest. 26. 11. 2001). Nach dem Tode ihres Mannes und ihrer Mutter kam bei ihr ab 1961 eine Medialität voll zum Ausbruch, die schon als Kind bei ihr angelegt war und von ihr gelegentlich bemerkt wurde (17). Die Medialität bestand darin, dass Mrs. Brown die Gestalten von Verstorbenen hellsichtig wahrnahm und sich mit ihnen unterhalten konnte. U. a. erschienen bei ihr Komponisten, die früher zu irdischen Lebzeiten auf dieser Erde sehr bekannt gewesen sind. Unter den 12 hauptsächlich bei ihr auftretenden Komponisten befanden sich Liszt, Chopin, Beethoven und Brahms. Diese 12 Komponisten hatten es sich zur Aufgabe gestellt, so gaben sie durch den Mund von Mrs. Brown an, ihr persönliches Fortleben nach dem Tode durch mediale Durchgabe ihrer ganz speziellen persönlichen Fähigkeiten und Merkmale künstlerischer Art zu beweisen. Durch den ihnen eigenen Stil von neuen, noch unbekannten Kompositionen wollten sie ihren geistigen Fortbestand kundtun. Diese neuen Kompositionen (mittlerweile einige hundert) gaben sie Mrs. Brown ein oder diktierten sie ihr. Sie schreibt sie dann auf Notenpapier nieder. Einige dieser Musikstücke sind auf zwei Schallplatten (Philips stereo 65000 049, 1970 und Intercord 160.819, 1977) und in mehreren Musikalben (18, 19) veröffentlicht worden. Wesentlich bei diesen Durchgaben ist, dass Mrs. Brown in ihrer Jugend nur eine ganz bescheidene musikalische Ausbildung erfahren hat, die sie niemals befähigen würde, derartige Kompositionen selbst zu vollbringen. Die Musikdozentin und Musiklehrerin Mrs. Mary Firth äußerte sich zu Rosemary Browns Fähigkeiten: "Ich testete ihr Gehör und ihr Vom–Blatt–Spiel und all jene anderen schrecklichen Dinge, mit denen Lehrer ihre Schüler drangsalieren. Zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, dass sie nicht einmal solche grundsätzlichen Fähigkeiten besaß, wie ich sie bei jedem Musikstudenten erwarte und voraussetze, und vor allem von einem Studenten, der komponiert. Mit anderen Worten ausgedrückt, ich spielte ihr eine einfache Melodie vor, und sie konnte sie nicht einmal niederschreiben. Als ich ihr sogar zwei einfache Stimmen gleichzeitig vorspielte, ging das einfach über ihre Fassungskraft hinaus."83 Bei den medialen Durchgaben der einzelnen Komponisten wirkte der verstorbene Franz Liszt84 als eine Art Organisator und Leiter und oft auch als sprachlicher Dolmetscher. Da Rosemary Brown nur englisch verstand85, viele der Komponisten aber kein englisch sprachen, musste 83 Nach Text auf der Hülle der Philips–Schallplatte 6500049. 84 Franz v. Liszt, 1811–1886, Pianist und Komponist. 85 Später sprach sie auch etwas deutsch.
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