Der Tod, die Brücke zu neuem Leben

– 135 – dem Schauspiel teil, und ganz natürlich ging ich vielleicht zu dem Stand der Marktfrau, nahm die Frucht auf und kostete sie oder roch an der Blume in einem Garten oder fühlte den Stoff an. Und dieses Erlebnis war sofort mein Eigenbesitz, so als ob ich es tatsächlich erlebt hätte; denn es war für mich genauso wirklich wie jede andere normale persönliche Erfahrung. So sind mir aus fremden Orten viele Blumen, die ich niemals sah, vertraut geworden, und ich erkenne sie wieder, wenn ich sie auf Bildern sehe. Ich habe bei giftigen Gerüchen geschaudert oder war von der Schönheit eines Gegenstandes ganz begeistert, oder voll Freude, wenn ich eine Blume erblickte, die ich noch niemals vorher gesehen hatte. Es ist genauso, als ob man in neue und unbekannte Gefilde reist.'" Der literarische Wert der Werke von "Patience Worth" wurde von vielen Fachleuten als hervorragend beurteilt. Eines wurde sogar mit dem Pulitzer-Preis92 ausgezeichnet. Außerdem enthielten die Romane bei ihren historischen Hintergründen einen großen Umfang an Wissen über die Verhältnisse der damaligen Zeiten. "Patience" ist zum Beispiel mit der Haushaltung, wie sie vor zwei Jahrhunderten oder noch früher Sitte war, eng vertraut. Sie kennt alle Hausgeräte jener Zeit, den Gebrauch des Webstuhls und des Spinnrades, die Kunst, auf offenem Herd zu kochen und das Besanden der Fußböden. Sie kennt die Trachten, Sitten und Geographie von Palästina und die Architektur von Jerusalem mit ihren Mauern, Palästen und Wasserstellen. Dabei sind die Sprechweise und die Form des Englischen den jeweiligen Zeitumständen angepasst. Viele verwendete Wörter mussten erst in alten Wörterbüchern nachgeschlagen werden, um ihren Sinn zu erkennen. Zusammenfassend kann man sagen: Es ist unmöglich, dass Mrs. Curran aus ihrem Bewusstsein oder Unterbewusstsein die Werke eigenschöpferisch hervorbringen konnte. Sie hatte nicht das Wissen und die Fähigkeiten dazu und konnte sie auch nicht unbewusst erworben haben. Man muss davon ausgehen, dass andere, nichtirdische Wesenheiten durch sie wirkten. Wir finden in diesem Fall zwar keine Indizien für das Überleben einer bestimmten, historisch nachweisbaren, irdischen Persönlichkeit, aber doch Indizien für das Hereinwirken einer anderen, jenseitigen Welt in die unsere. Ob der Name "Patience Worth" nur ein jenseitiges Pseudonym oder ein "Künstlername" ist und ob sich dahinter nur eine Persönlichkeit verbirgt oder eine Gruppe von Geistwesen wie bei Rosemary Brown, bleibt unbekannt. Für die parapsychologische Bedeutung dieses Falles ist das jedoch unwesentlich. Die Urheberschaft physikalischer Erscheinungen der Parapsychologie Ein sehr wichtiges Gebiet der Parapsychologie sind die sog. physikalischen Erscheinungen. Bei ihnen handelt es sich um das Auftreten von mechanischen Kräften, von elektrischen, magnetischen, thermischen, akustischen und photochemischen Vorgängen, die nicht mit den bisherigen Kenntnissen der Physik erklärt werden können. In der Regel ist zur Erzeugung solcher Vorgänge die Anwesenheit eines paranormal veranlagten Menschen erforderlich. Diese Phänomene werden in dem nachfolgenden Band "Zeugnis für die jenseitige Welt" ausführlich behandelt werden. Hier folgt nur eine kurze Einführung in das Gebiet. Man spricht bei diesen Erscheinungen von Telekinese93 oder heutzutage meist Psychokinese. Dabei ist häufig die Meinung verbreitet, dass die Vorgänge ihre Urheberschaft in der Psyche (d.h. also dem Geist) eines lebenden Menschen haben. In manchen Fällen mag diese Auffassung tatsächlich zutreffend sein. In anderen Fällen erscheint es aber doch als sehr wahrscheinlich, dass diese Vorgänge von 92 Der Pulitzerpreis ist die nach dem 1911 verstorbenen New Yorker Verleger Joseph Pulitzer benannte renommierteste Auszeichnung im Journalismus der USA. 93 Telekinese = Fernbewegung ohne sichtbaren Urheber, von griech. tele = in die Ferne, kineo = ich bewege, psyche = Seele, Geist.

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