– 149 – General oder Wissenschaftler seiner Zeit. Kein zeitgenössischer Monarch versäumte es, ihn auszuzeichnen: vom russischen Zaren bis zur Königin Viktoria, vom italienischen bis bayrischen König, ganz zu schweigen von den Fürsten all der kleinen Länder." Der Name Bellachini war damals in vielen Ländern gleichbedeutend mit Zauberei überhaupt. Und dieser Bellachini gab am 6. Dezember 1877 in Berlin eine notariell beglaubigte Ehrenerklärung für das amerikanische Medium Henry Slade102 ab, das seinerseits in den Ländern Europas mit seinen paranormalen Darbietungen großes Aufsehen erregte. Slade wurde damals, wie viele Medien nach ihm, öffentlich des Betruges und der Täuschung bezichtigt. Bellachini wies diese Behauptungen als falsch zurück (97, S. 217) und bestätigte in seiner Erklärung, dass er Slade und seine Leistungen während mehrerer Sitzungen bei hellem Tage geprüft habe und bei schärfster Beobachtung und Untersuchung seiner Umgebung zu dem Ergebnis gekommen sei, dass keine tricktechnischen Manipulationen dabei im Spiele gewesen seien. Er halte es für unmöglich, derartiges tricktechnisch zu erklären. Viel genützt hat diese Erklärung aber nicht. Die Betrugsbehauptungen über Henry Slade103 und andere Medien wurden weiterhin aufrechterhalten und geglaubt. Sie passten und passen eben den meisten Menschen viel besser in das vorherrschende materialistisch gefärbte Weltbild, als zuzugeben, dass es auch jenseits unserer täglichen Erfahrung noch andere Dinge gibt. Dem zweifelnden, aber gutwilligen und wissbegierigen Leser dieser Zeilen bleibt daher nichts anderes übrig, als die Originalliteratur sorgfältig zu lesen und sich an Hand der Berichte und Argumente selbst ein Urteil zu bilden. Mancher wird vielleicht auch selbst Zugang zu paranormalen Geschehnissen finden. Echte Materialisationsmedien wie Nielsen, Mirabelli und andere, die man heute noch besuchen könnte, sind zurzeit leider nicht bekannt. Wenn es sie geben sollte, so wirken sie im Verborgenen. Es hat den Anschein, als ob derartige Begabungen in der heutigen, materiell ausgerichteten Zeit nicht mehr zur Entwicklung und zum Durchbruch kommen. Es ist aber auch gar nicht erforderlich, dass nun alle Menschen, Wissenschaftler oder Parapsychologen von dem "Beweismaterial" für die spiritistische Hypothese überzeugt werden. Wichtig ist nur, dass einige überzeugt sind und von der Plattform des Spiritismus aus weiter vorstoßen in unbekannte Bereiche. Es wird sich dann zeigen, ob von dieser Ausgangsposition größere Erfolge errungen werden können als mit der rein animistischen Hypothese. Bislang ist allerdings noch keinem der große Durchbruch in der Parapsychologie gelungen. Zurzeit hat es aber der Animist, kurzfristig gesehen, einfacher. Er überblickt in Ruhe einen begrenzten Bereich. Er braucht sich nur mit Gegnern wie Prokop und Wimmer auseinanderzusetzen, braucht sich jedoch nicht auf "schwankenden" Boden vorzuwagen. Für den aber, der sich dazu durchgerungen hat, die spiritistische Hypothese als gerechtfertigt anzusehen, beginnen damit erst die Schwierigkeiten. Er muss sich nämlich daranmachen, die Phänomene zu sortieren in die, die wirklich spiritistisch zu deuten sind, und in die, die nur scheinbar eine spiritistische Deutung nahelegen. Er muss die Flut der "Jenseitsmitteilungen" sichten und dort die Spreu vom Weizen trennen. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe, die dem Animisten erspart bleibt. So muss jeder Mensch und jeder Forscher seine eigene Entscheidung treffen, wie er das vorgelegte Erfahrungsmaterial bewerten und welchen Weg er danach einschlagen will. Auch in den normalen Naturwissenschaften waren die Meinungen über die "Beweisfähigkeit" von gewissen 102 Seine Fähigkeiten und die von ihm dargebotenen Phänomene werden in dem nachfolgenden Band "Zeugnis für die jenseitige Welt" ausführlich behandelt. 103 Seine Fähigkeiten und die von ihm dargebotenen Phänomene werden in einem späteren Band ausführlich behandelt werden.
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