– 2 – Einleitung Unsere heutigen Wissenschaften, insbesondere die Naturwissenschaften, haben uns in den letzten Jahrhunderten, in starkem Maße aber in den letzten Jahrzehnten, sehr bedeutsame Erkenntnisse über unser Universum, unsere Erde, unsere Umwelt und unseren menschlichen Körper geliefert. Wir wissen z. B. schon recht gut über die Funktionen unseres menschlichen Körpers, seine Krankheiten und deren Behandlung Bescheid. Aber alle herkömmlichen Wissenschaften enden bislang beim oder am Tode des Menschen. Geburt und Tod werden als Beginn und Ende der menschlichen Existenz angesehen. Die Menschen wissen aber im Allgemeinen nicht, warum sie diese Strecke zwischen den beiden angeblichen Endpunkten durchlaufen. Die Geburt wird meist als freudiges Ereignis angesehen, der Tod dagegen als unbarmherziger Vernichter. Seit über 100 Jahren besteht aber eine Wissenschaft, die wir heute Parapsychologie nennen, jedoch besser Paranormologie nennen sollten. Diese Wissenschaft greift über die bestehenden Naturwissenschaften hinaus, versucht sie zu erweitern. Welches ist nun das Forschungsgebiet der Parapsychologie, womit befasst sie sich? Wir haben zunächst vier herkömmliche Wissenschaften, die sich mit dem Menschen und seinen Lebenserscheinungen befassen. Es sind dies: 1. Die Physiologie; das ist die Lehre von den normalen körperlichen Lebensvorgängen. 2. Die Medizin; das ist die Lehre und Heilkunde der krankhaften körperlichen Lebensvorgänge. 3. Die Psychologie; das ist die Lehre der normalen geistigen Lebensvorgänge. 4. Die Psychiatrie; das ist die Lehre und Heilkunde der krankhaften Lebensvorgänge. Daneben tritt als 5. Wissenschaft die Parapsychologie. Sie ist die Lehre von geistigen und anderen Lebensvorgängen, die vom normalen Verlauf abweichen, jedoch nicht krankhaft sind. Die Parapsychologie1 befasst sich mit Geschehnissen, die im oder am lebenden Menschen oder in seiner Umgebung stattfinden und auf irgendeine noch unbekannte Weise mit dem menschlichen Geist oder mit dem Phänomen, das wir Leben nennen, zusammenhängen. Dabei sind diese Vorgänge derart, dass sie sich nicht in die normale Psychologie, Physiologie oder Physik einordnen lassen. Man bezeichnet daher diese Abläufe auch als paranormal. Die Erscheinungen, die die Parapsychologie untersucht, lassen sich in mehrere großen Gruppen einteilen: Erstens in die parapsychischen Vorgänge. Dazu gehört die außersinnliche Wahrnehmung, das heißt die Aufnahme von Informationen ohne die Benutzung der uns bis jetzt bekannten Sinnesorgane. Dabei handelt es sich entweder um das Erkennen von Gedankeninhalten anderer Personen, Telepathie genannt, oder um das Erkennen von räumlich weit entfernten Vorgängen oder von Geschehnissen, die in der Vergangenheit abgelaufen sind oder sich erst in der Zukunft ereignen werden. Man spricht dann vom räumlichen oder zeitlichen Hellsehen oder von Präkognition. Weiter gehören zu den psychischen Vorgängen der Parapsychologie die sogenannten Trance– Phänomene. Sie bestehen darin, dass die Sprechorgane oder Gliedmaßen eines lebenden Menschen im Zustand der Bewusstlosigkeit, Trance genannt, von anderen Wesenheiten paranormal 1 Ein Kunstwort aus folgenden drei griechischen Bestandteilen: para = neben, daneben, darüber hinaus; psyche = Seele; logos = Wort, Beschreibung, Kunde.
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