Der Tod, die Brücke zu neuem Leben

– 21 – In manchen Fällen verdichtet sich der ausgetretene, im allgemeinen unsichtbare Astralleib derart, dass er auch für normale Menschen sichtbar wird. Gelegentlich kann er sogar leichte physikalische Handlungen ausführen wie z. B. schreiben oder einen Gegenstand bewegen. Man spricht dann von einem Doppelgänger oder dem Phänomen der Bilokation. Solche Erscheinungen sind auch gelegentlich bei einzelnen Heiligen beobachtet (82, S. 111 f) worden. Der russische Staatsrat Aksákow hat in einem ausführlichen Kapitel "Das außerkörperliche Wirken des lebenden Menschen, welches sich durch die Erscheinung seines Ebenbildes mit gewissen Attributen der Körperlichkeit verrät" seines Werkes (5, Bd. II, S. 605 f) eine Reihe solcher Beispiele zusammengestellt. Weitere Fälle sind dem Buch "Die astrale Doppelexi–stenz" (82, S. 87 f) den Kapiteln "Astralprojektionen, Der Doppelgänger, Die Gabe der Bilokation" zu entnehmen. Ein erstes Beispiel soll hier berichtet werden. Es wird von dem amerikanischen Roman– und Schauspieldichter und Experimentator auf dem Gebiet der Außersinnlichen Wahrnehmung Harold Sherman (geb. 1898) in seinem Buch "You live after death" (81) geschildert. Es wird zitiert nach (92, S. 47). In Verbindung mit der Abfassung eines Drehbuches wohnte Sherman 1941 in dem Fremdenheim Canterbury Apartments, 1746 North Cherokee Ave., Hollywood, Calif. Er hatte sich sehr angefreundet mit einem anerkannten Spezialisten für Kriminalistik, einem gewissen Harry J. Loose, früher Mitglied der Chicagoer Polizei, dann Detektiv am Hull House (Chicago), zuletzt Leiter der Privatdetektivabteilung der "Chicago Daily News". Er lebte nun als Pensionist etwa 25–30 Kilometer auf der anderen Seite von Los Angeles in Monterey Park, 123 Elizabeth Ave. Dieser höhere Polizeibeamte hatte sich sehr eingehend mit Okkultismus beschäftigt, und Sherman pflegte seine Sonntagnachmittage freizuhalten, um entweder in seiner eigenen oder dessen Wohnung mit ihm zusammenzukommen. Am Thanksgiving Day (Erntedankfest), Donnerstag, den 20. November 1941, hatte Sherman der Familie Loose als Freundschaftszeichen einen Früchtekorb geschickt. Am kommenden Sonntag war diese an der Reihe, den Besuch Shermans zu empfangen. Er war nachmittags ausgegangen und etwas überrascht, als er bei der Rückkehr etwa um 15 Uhr einen Zettel in seinem Fach vorfand, den der Portier William A. Cousins ausgefüllt hatte. Er lautete: "Herr Loose war hier – erwartet Sie am Sonntag." Die Shermans wunderten sich, dass Loose, statt anzurufen, es darauf ankommen ließ, ob sie zu Hause seien, zumal die Fahrt durch Hollywood an einem verkehrsreichen Feiertag recht ermüdend ist. Eigentlich war eine Einladung für Sonntag nicht nötig, da Looses ja an der Reihe waren. Aber sie wollten sich vielleicht für den Früchtekorb bedanken? Sherman wartete, bis Loose wieder zu Hause sein musste und rief ihn dann an, voller Bedauern, ihn versäumt zu haben. Es war um 15.30 Uhr, der Portier hatte den Zettel auf 14.30 Uhr datiert. Herr Loose erklärte sofort, es müsse sich um eine Verwechslung handeln, er sei den ganzen Tag nicht ausgegangen. Seltsamerweise war der Name Loose auf dem Zettel richtig geschrieben, Sherman las ihn vor. "Gewiss", war die Antwort, "wir erwarten Sie am Sonntag, aber der Portier muss sich geirrt haben. Josie und Ray und der kleine John (Looses Tochter, Schwiegersohn und Enkelchen) waren zum Mittagessen hier. Ich habe den ganzen Tag keine Schuhe angezogen und bin in meinen Arbeitshosen und der alten braunen Strickweste, habe Pantoffeln an … Mein Wagen ist gar nicht aus der Garage gekommen." Seltsam! Sherman begab sich sofort wieder hinunter zum Portier, dem er mitteilte, dass der Besucher den ganzen Tag zu Hause gewesen sei. Er fragte ihn, ob er sich vielleicht erinnern könnte, wie der Herr aussah? Mr. Cousins erwiderte, er hätte wie ein Arbeiter ausgesehen, Arbeitshosen und eine braune Strickjacke mit einem dunkelblauen Hemd und eine Mütze angehabt. Sherman war verblüfft über diese genaue Schilderung Looses, was er Cousins auch sagte:

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3