Der Tod, die Brücke zu neuem Leben

– 33 – Gesundheitszustandes nicht davon unterrichtet worden. Aus diesem Grunde war Doris ein wenig verwundert, als das Folgende geschah. Sie sagte zu ihrem Vater: 'Ich komme', während sie sich gleichzeitig zu mir umwandte, indem sie sprach: 'Oh, er ist so nah.' Wieder mit dem Blick auf die gleiche Stelle sagte sie mit einem ziemlich verwunderten Gesichtsausdruck: 'Er hat Vida bei sich', und, indem sie sich wieder mir zuwandte, bemerkte sie: 'Vida ist bei ihm.' Schließlich sagte sie: 'Du möchtest mich wirklich bei dir haben, Vater? Ich komme.'" Prof. Barret war von der Schilderung seiner Frau so beeindruckt, dass er daraufhin weitere Berichte dieser Art sammelte und sie in einem Buch "Death-bed Visions" 1926 veröffentlichte. Er vertrat darin die Ansicht, dass Sterbende in ihren Visionen verstorbene Personen sehen, die gekommen sind, um sie in die jenseitige Welt abzuholen. Er bemerkte dabei, dass die Patienten in ihren Visionen bei klarem und ungetrübtem Bewusstsein waren und manchmal etwas "sahen" oder erfuhren, was sie nicht erwarteten. Zum Beispiel waren Kinder sehr verwundert, Engel ohne Flügel zu sehen, oder die Patientin "Doris" im vorhergehenden Bericht war sehr überrascht, dass ihre Schwester Vida an ihr Sterbebett kam, obwohl sie diese noch unter den Lebenden glaubte. Dreißig Jahre später regten die Untersuchungen Prof. Barrets den in den U.S.A. lebenden lettischen Parapsychologen Dr. Karlis Osis17 zu einer ähnlichen Erhebung an. Er befragte in den Jahren 1959–1960 mittels Fragebogen Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern über ihre Beobachtungen an Sterbebetten. Osis erhielt 640 Fragebogen zurück, die auf Beobachtungen an 35.540 sterbenden Patienten beruhten (61, S. 28 u.38). Von ihnen hatten 1318 Kranke Erscheinungen von Gestalten wahrgenommen, die das Pflegepersonal nicht sehen konnte. In den Jahren 1961–1964 wurde eine zweite Fragebogenaktion bei Mitgliedern medizinischer Berufe an Krankenhäusern durchgeführt. Es gingen daraufhin 1004 Antworten ein, die auf Beobachtungen an 50.000 sterbenden Patienten beruhten. Wieder gab es viele Berichte, 216 an der Zahl, darüber, dass Sterbende von verstorbenen Verwandten oder von Wesenheiten des religiösen Bereiches besucht wurden, um ihnen beim Übergang in eine andere Form des Seins behilflich zu sein und sie in die jenseitige Welt abzuholen. Dazu ein Beispiel (61, S. 112): "Ein zehn Jahre altes Mädchen lag in einem Krankenhaus in Pennsylvania und erholte sich gerade von einer Lungenentzündung. Das Fieber war gesunken, sie schien die Krise überwunden zu haben. Die Mutter sah, dass ihr Kind zusehends verfiel und rief uns (die Krankenschwestern). Sie sagte, das Mädchen habe ihr gerade erzählt, dass es einen Engel gesehen habe, der es bei der Hand genommen habe – und wirklich starb das Kind im nächsten Augenblick. Wir konnten das einfach nicht begreifen, da es keinerlei Anzeichen eines bevorstehenden Todes gegeben hatte. Sie war so ruhig und heiter – und dem Tod so nahe! Wir waren alle tief betroffen." Alle diese Berichte standen in krassem Gegensatz zu Halluzinationen bei Fieberphantasien, im Delirium oder bei geistig Kranken, bei denen die Mehrzahl der halluzinierten Personen entweder fremde oder bizarre Gestalten waren. Während gewöhnliche Halluzinationen von der menschlichen Persönlichkeit abhängig sind, hatte dieser Faktor auf die Visionen Sterbender keinen Einfluss. Anstatt reine Projektionen von Wunschgedanken oder unerfüllten Wünschen zu sein, schien es, dass die Erscheinungen ihren Ursprung außerhalb der Persönlichkeit hatten (61, S. 41). In 90 % aller Erscheinungen, die von den Sterbenden als Verwandte erkannt 17 Geboren am 26.12.1917 in Riga, 1951–1957 Mitarbeiter von Prof. J. B. Rhine an der Duke University in North Carolina, gest. am 26.12.1997.

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