– 37 – "Ein junges Hindu–Mädchen wurde für tot gehalten, erlangte aber das Bewusstsein wieder. Der Arzt erzählte ihre Geschichte wie folgt: Zwei Boten banden sie mit Stricken auf eine Bahre und brachten sie hinauf zu Gott. Da sah sie schöne Menschen – Frauen. Sie bereiteten Mahlzeiten zu. Das Mädchen war versucht zu essen. Auf einem erhöhten Standort sah sie eine sehr einflussreiche Person in einem geschmückten Stuhl sitzen. Dieser Mann sagte zu den Boten: 'Warum brachtet ihr sie?' Dann beschrieb er genauer jemand anderen, der hätte gebracht werden sollen. Die Boten schickten sie daraufhin zurück. Sie wollte nicht zurückkommen – der Ort war so schön. Danach konnte man die Spuren der Stricke auf ihren Beinen sehen. Die Inder haben den Brauch, den Körper eines Verstorbenen auf einer Trage festzubinden, die dann zum Scheiterhaufen gebracht wird. Eine islamische Hausfrau mit höherer Schulbildung war nach einer Operation der Gebärmutter in einem kritischen Zustand. 'Ich sah vier Personen in schwarzen Kleidern, die mich aufforderten, mit ihnen zu kommen. Ich hatte Angst vor ihnen; sie schleppten mich mit. Im Himmel war ein offener, grüner Raum. Dort saß Gott. Er fragte mich nach meinem Namen. Er sagte, dass ich nicht hätte heraufgebracht werden sollen. Sie schickten mich zurück.' Später beklagte sie sich bitterlich bei der Krankenschwester: 'Schwester, warum haben Sie mich gerettet? Ich mochte diesen Ort. Ich möchte dorthin zurück'. Auch christlich getaufte Inder erlebten diese Art von Zurückweisung: 'Du bist der Falsche'. Ein schwedischer Missionar war ebenfalls in einen solchen Irrtum verwickelt und wurde fälschlicherweise 'hinaufgebracht'. Über einen Büroangestellten aus Westbengalen, der Christ war, wird berichtet: Der Patient war tot, alle Vorbereitungen für das Begräbnis wurden getroffen. Plötzlich kam er wieder zu Bewusstsein. Er klagte über Schmerzen im Körper. Als man ihn genauer danach fragte, erzählte er, dass er hinuntergestoßen worden wäre und sich dabei verletzt hätte. Er erinnerte sich, dass er über eine lange Treppe hinaufgebracht worden war. Dann sah er eine schöne Szene und liebliche Blumen. Er sah einen Mann in Weiß, der mit einem offenen Buch dasaß. Der schaute in das Buch und sagte zu den Männern, die ihn dorthin gebracht hatten, dass sie den Falschen gebracht hätten. Daraufhin stießen ihn die Boten wieder hinunter. Er beschrieb nicht, wie seine Seele eigentlich misshandelt worden war, aber als er ankam, hatte er Schmerzen im Körper. Es ist charakteristisch für Indien, dass ein autoritäres Gebaren nur den niedrigeren Rängen des himmlischen Personals zugeschrieben wird, den Boten. Der Mann mit dem 'Rechnungsbuch' wird immer als ein wohlwollender Herrscher dargestellt. Eine Aura der Heiligkeit umhüllt ihn, gleichgültig ob er 'der Mann in einer weißen Robe' oder 'Gott' genannt wird. Dieselbe Aura der Heiligkeit taucht in den Visionen religiöser Figuren auf, die von Patienten in den Vereinigten Staaten gesehen werden. Wenn sie erscheinen, beginnt der Patient 'zu strahlen'." Zum Abschluss sollen noch zwei Berichte von Osis aus dem nordamerikanischen Bereich vorgetragen werden (61, S. 176):
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