– 40 – Kurze Zeit darauf nahm ich einen Anruf vom Kinderkrankenhaus entgegen. Man teilte mir mit, dass Peter vor zehn Minuten gestorben sei. Während all der Jahre, in denen wir solche Fälle zusammentrugen, haben wir es bei keinem Kind erlebt, dass es in seinen Sterbeminuten ein Familienmitglied erwähnt hätte, das nicht schon gestorben war, und wäre es nur vor wenigen Minuten gewesen. Ich kann mir diese Tatsache nicht anders erklären, als dass ich mich der Behauptung anschließe, dass diese Sterbenden sich schon der Gegenwart ihrer verstorbenen Familienmitglieder bewusst sind. Jene haben auf die Hinübergehenden gewartet, um sich in einer unterschiedlichen Daseinsform mit ihnen wieder vereinigen zu können. Aber dass es sich so verhalten soll, können sich gewiss viele Menschen noch nicht vorstellen. Ein anderes Erlebnis bewegte mich sogar noch mehr als jene, die ich bei Kindern hatte. Es handelt sich um einen Fall einer amerikanischen Indianerin. Über die amerikanischen Indianer liegen in unseren Unterlagen nur wenige Fakten vor, da sie sich nur selten zu dem Thema Sterben und Tod äußern. Diese junge Indianerin wurde von einem Fahrerflüchtigen auf einer Fernstraße angefahren. Ein fremder Mann hielt seinen Wagen an, um ihr zu helfen. Sie sagte ihm in aller Ruhe, dass es für sie nichts mehr zu tun gebe, außer vielleicht der Erfüllung eines Gefallens nachzukommen, dass jener Fremde, sollte er sich einmal zufällig in der Nähe des Indianerreservats aufhalten, ihre Mutter aufsuchen möge, die über tausend Kilometer von der Unfallstätte weit entfernt wohne. Sie habe eine Botschaft für sie, die er ihr vielleicht einmal überbringen könne. Diese Botschaft beinhaltete, dass es ihr gut ginge und sie sich glücklich fühle, da ihr Vater bereits bei ihr wäre. Daraufhin verstarb sie in den Armen des Fremden, der jedoch von diesem Ereignis so berührt war, dass er sich sofort aufmachte, um jene weite Strecke, die keinesfalls seiner Reiseroute entsprach, zurückzulegen. In dem bezeichneten Indianerreservat angekommen, erfuhr er von jener Mutter, dass ihr Mann, der Vater der Verstorbenen also, nur eine Stunde vor jenem über tausend Kilometer stattgefunden habenden Unglück an Herzversagen verstorben sei. Uns liegen viele Fälle wie dieser vor, bei denen die Sterbenden von dem Absterben eines Familienmitgliedes in Unkenntnis belassen wurden und dennoch, wie sie aussagten, von jenen empfangen worden sind. Wir wurden uns klar, dass diese Patienten nicht beabsichtigten, uns davon zu überzeugen, dass es keinen Tod gibt, sondern dass sie nur ihr als eine Tatsächlichkeit erkanntes Erlebnis mit uns teilen wollten. Wenn Sie selbst erst einmal dazu bereit sind, sich solchen Dingen gegenüber unvoreingenommen öffnen zu können, dann werden auch Sie ihre eigenen diesbezüglichen Erfahrungen haben können. Man erhält sie sehr leicht, wenn man darum bittet." Wenn man die Sterbeberichte von Osis, Moody, Kübler-Ross und anderen Autoren insgesamt beurteilt und ihnen einen realen Hintergrund zuspricht, sie also nicht als Wahnvorstellungen ansieht, könnte man zu dem Schluss gelangen, dass der Sterbevorgang für alle Menschen nur inneren Frieden, Freude und das Wiedersehen mit vorausgegangenen Verwandten bringt. Das muss aber durchaus nicht so sein. Es gibt auch Fälle, bei denen der Sterbende oder dem Tode nahe Befindliche sehr unangenehme Erlebnisse hat. Man bezeichnet sie manchmal vereinfachend als "Höllenvisionen". Osis hat unter seinen vielen Berichten allerdings nur ein einziges Mal eine derartige Schilderung erhalten. Es handelte sich dabei um eine Italienerin, die bei ihrem "Erlebnis" von schweren Schuldgefühlen geplagt wurde (61, S. 197). Ein anderer Autor jedoch, der amerikanische Herzchirurg Dr. Maurice Rawlings, berichtet über eine größere Anzahl von unangenehmen Erlebnissen solcher Patienten, die in ihrem irdischen Körper bewusstlos und dem Tode nahe waren. Darunter waren solche, die schwere Unfälle
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