Der Tod, die Brücke zu neuem Leben

– 44 – dem Start nach Miami, hatte eine Stewardess Doris Elliot das Flugzeug 310 verlassen. Diese Stewardess hatte hin und wieder Vorahnungen von Unglücksfällen, so auch Mitte Dezember 1972. Während ihrer Arbeit auf einem Flug von New York nach Orlando wurde sie von einem schweren, unheimlichen Gefühl überfallen. Vor ihrem inneren Auge "sah" sie deutlich eine TriStar L-1011 im Landeanflug auf Miami über den Everglades, dem Sumpfgebiet um Miami. Sie "sah" die linke Tragfläche zerbrechen und den Rumpf auf dem Boden aufschlagen. Dann "hörte" sie die Schreie der Verletzten. Die Stewardess musste ihre Arbeit unterbrechen und sich setzen. Zwei Kolleginnen gab sie auf Befragen an, dass sich das Unglück ihrem Gefühl nach kurz vor Neujahr ereignen werde. Am 29. Dezember kurz nach 23.30 Uhr leitete Kapitän Loft den Landeanflug der Maschine 310 auf den Flughafen von Miami ein. Es zeigte sich jedoch, dass sich das Bugrad hydraulisch nicht ausfahren ließ, d. h. auf dem Armaturenbrett zeigte eine entsprechende Kontrolllampe einen solchen Fehler an. Der Landeanflug wurde daraufhin abgebrochen und das Flugzeug in einen horizontalen Kreisflug über den Everglades (dem Sumpfgebiet) in 2000 Fuß Höhe übergeleitet. Sodann wurde die automatische Steuerung eingeschaltet, und die Mannschaft begann den Fehler zu suchen. Es war nämlich möglich, dass nur die Kontrolllampe des Bugrades defekt war. Man konnte also versuchen, sie zu ersetzen. Wenn das nichts half, war es möglich, das Bugrad durch Handbetätigung auszufahren. Bei diesen Bemühungen muss versehentlich die automatische Steuerung vom Horizontalflug auf Sinkflug geschaltet worden sein. Kein Mensch im Flugzeug bemerkte den Fehler und den ständigen Höhenverlust des Flugzeuges, weil unglücklicherweise der Höhenanzeiger weiterhin die eingestellte Höhe von 2.000 Fuß anzeigte. Um 23.42 Uhr erfolgte der Aufschlag der Maschine in dem Sumpfgebiet mit nachfolgender Explosion. Ein Teil der Insassen wurde aus dem geborstenen Rumpf geschleudert. 77 überlebten den Unfall, 99 wurden getötet, darunter auch der Flugkapitän Loft und der Erste Offizier Stockstill. Der Zweite Offizier Repo war schwerverletzt, starb aber 1½ Tage später ebenfalls. Die Fluggesellschaft ließ das Wrack bergen und später noch gebrauchsfähige Teile, z. B. der Küchenreinrichtung, in Schwestermaschinen, insbesondere der Nr. 318, einbauen. Bald darauf ereigneten sich in diesen Schwestermaschinen, besonders in Maschine 318, kurz vor oder während des Fluges seltsame Vorfälle. Sie erreichten ihren Höhepunkt im Juni 1973 und endeten im Frühjahr 1974. Die Vorfälle bestanden darin, dass der Flugkapitän Bob Loft oder der Zweite Offizier Don Repo einzelnen Besatzungsmitgliedern oder Fluggästen gut sichtbar und erkennbar, und in manchen Fällen von einem lebenden Menschen nicht unterscheidbar, in Uniform erschienen. Mehrfach geschah das in der Unterflurküche der Maschine 318, die ja bevorzugt mit Geräten aus dem abgestürzten Flugzeug ausgerüstet war. Dazu einige Beispiele: Die Stewardess Ginny flog mit der Maschine 318 von New York nach Miami. Sie stand in der hellerleuchteten Unterflurküche am Aufzug und wartete auf sein Kommen. Plötzlich bemerkte sie seitlich in ihrem Gesichtsfeld, gerade vor der Trennwand zu dem Flugzeugteil mit der elektrischen Ausrüstung, ein verschwommenes, wolkiges Gebilde. Es hatte zunächst den Umfang einer Grapefruit, wurde dann aber größer. Das Gebilde war stofflicher und deutlicher als Rauch und pulsierte in seltsamer Weise. Das Gebilde wuchs und nahm eine handfestere Form an. Allmählich bildete sich ein Gesicht, halb geformt, halb verschwommen. Die Stewardess bemühte sich verzweifelt, ihren Aufzug heranzuholen. Als er schließlich kam und sie wieder auf das Gebilde sah, war es ein vollständiges, klares Gesicht geworden mit dunklen Haaren, seitlich angegraut und mit einer Stahlbrille auf der Nase. Es war ein dreidimensionales Abbild eines Kopfes. Ginny öffnete die Aufzugstür, sprang eiligst in den Aufzug und fuhr nach oben. Sie konnte sich nur langsam beruhigen. Es war schon die zweite

RkJQdWJsaXNoZXIy MjI1MzY3