– 5 – den Vorstellungen des Altertums zurück, dass nämlich die Erde eine vom Ozean umflossene Scheibe sei. Die Kirchväter, z. B. Laktanz und Augustin, bekämpften meist die Lehre von der Kugelgestalt der Erde. Sie suchten es als lächerliche und absurde Idee abzutun, dass es Gegenfüßler gebe, die mit dem Kopf nach unten an der Erde hängen. Augustin sagte: "Die Behauptung, dass es auf der entgegengesetzten Seite der Erde bewohnte Länder gibt, widerspricht den Lehren der Heiligen Schrift. Weil es nämlich den Nachkommen Adams unmöglich war, über das dazwischenliegende Weltmeer zu kommen, würde die Existenz der Bewohner auf der anderen Erdseite bedeuten, dass es Nationen gäbe, die nicht von Adam abstammen. Das hieße aber das Ansehen der Bibel umstoßen, welche ausdrücklich lehrt, dass alle Menschen von einem gemeinschaftlichen Vater herkommen." Kolumbus waren nun Berichte zu Ohren gekommen, dass durch Westwinde in Portugal und an den Azoren Baumstämme unbekannter Herkunft, die teilweise sogar geschnitzt waren, Schilf unbekannter Art und sogar zwei menschliche Leichname mit unbekannten Gesichtszügen und Hautfarbe angetrieben worden seien. Er deutete das als Sendzeichen der westlich liegenden Länder Indien, Japan und China. Er machte weiterhin die falsche Annahme, die aber für den erfolgreichen Ausgang seiner späteren Unternehmung entscheidend war, dass nämlich der Erdumfang sehr viel geringer sei, als er tatsächlich ist. Demzufolge setzte er auch die Entfernung von Spanien bis zur Ostküste Asiens viel geringer an, als sie in Wirklichkeit ist. Eine der Biographien über Kolumbus gibt diese angenommene Entfernung nur zu etwa 2.000 km an. Tatsächlich segelte er aber 1492 in 36 Tagen von den Kanarischen Inseln aus etwa 5.000 km, ehe er am 12. Oktober die Insel Guanahani (San Salvador) in der Bahama–Inselgruppe erreichte. Trotz mancher Fehler in seinen Annahmen und trotz der irrigen Meinung bis zu seinem Tode, den Seeweg nach Indien gefunden zu haben, hat Kolumbus eine großartige Entdeckung gemacht. Er zog aus, den unbekannten Weg in ein fernes Land zu suchen. Dabei musste er die verworrensten Vorurteile überwinden wie z. B., dass man vielleicht die Hinfahrt nach Indien erreichen könne, wenn die Erde eine Kugel sei, dass eine Rückkehr aber unmöglich sein würde, da man dabei dann bergauf fahren müsse. Wer sich mit dem Leben nach dem Tode befasst, sucht gleichfalls nach Erkenntnis und einem Weg in ein unbekanntes Land, und zwar einen Weg, den wir alle einmal gehen müssen, sofern er wirklich vorhanden ist. Einem solchen Suchenden werden ebenso wie Kolumbus die seltsamsten Argumente entgegengehalten. Man glaubt ihm nicht, so wie man auch den Theorien von Kolumbus anfangs nicht geglaubt hat. Auch ihm werden wie Kolumbus falsch ausgelegte Bibelstellen entgegengehalten. Viele werden daher die in diesem Buch dargebotenen Berichte und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen als zu unwahrscheinlich ablehnen. Aber andere werden vielleicht aufmerksam und nachdenklich gemacht. Sie mögen das einmal geweckte Interesse für die Parapsychologie und das Leben nach dem Tode nicht einschlafen lassen und können versuchen, sich an Hand der in diesem Buch angegebenen Originalliteratur ein umfassendes Bild zu machen. Die Entscheidung jedoch, ob jemand dieses Tatsachenmaterial für sich annimmt oder ob er es verwirft, muss jeder für sich selbst treffen. Die wirklich Interessierten mögen dann auch die am Schluss dieses Buches aufgeführten nachfolgenden Bände "Zeugnis für die jenseitige Welt", "Leben nach dem irdischen Tod" und "Nachtodliche Schicksale" lesen, die weiteres Erfahrungsmaterial für die Existenz einer jenseitigen Welt und ein persönliches Fortleben nach dem irdischen Tod liefern.
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