Psychowissenschaftliche Grenzgebiete
 
Thema: Der Einfluss der Trauer auf Verstorbene (6)


   

22. Eine Mutter kann den verstorbenen Sohn nicht loslassen

Dazu ein Beispiel: Im Juli 1979 nahm ein Ehepaar N. Verbindung mit mir auf, das am 14. Mai jenes Jahres einen Sohn Norbert im Alter von 13 Jahren durch einen tragischen Unfall gegenüber ihrem Wohnhaus verloren hatte. Die Mutter war untröstlich darüber und hoffte durch mich, eine unmittelbare Verbindung zu diesem Kind zu bekommen. Die Eltern nahmen dann auch einige Male an Zusammenkünften des eigenen medialen Kreises teil. Sie konnten dabei aber nicht unmittelbar mit ihrem Sohn sprechen, sondern wurden von den Kontrollgeistern auf das Gebet für ihn hingewiesen. Ich riet der Mutter unter Bezug auf die hier vorgetragenen Gründe auch dringend davon ab, nun anderswo eine Verbindung mit ihrem verstorbenen Kind zu suchen. Sie ließ sich dadurch aber nicht beeindrucken.

Da sie bei mir keinen Erfolg hatte, versuchte sie durch ein Tonbandgerät mit Hilfe des sogenannten Stimmenphänomens Verbindung zu ihrem Sohn zu bekommen. Mehrmals täglich rief sie in der Folgezeit ihren Sohn in seinem früheren Zimmer laut an und fragte ihn, wie es ihm gehe, was er gerade mache und ob er noch an sie denke. Sie hoffte dann, auf dem laufenden Tonbandgerät eine Antwort von ihm zu erhalten. Sie spielte mir nach einiger Zeit die aufgenommenen Geräusche vor, die für mich zwar unverständlich waren, die sie aber ganz konkret zu deuten wußte. Ich habe dieser Mutter dann sehr ernsthaft ins Gewissen geredet und sie beschworen, doch davon abzulassen, ständig ihren Sohn anzurufen. Ich habe ihr vorgestellt, daß der unverhoffte Tod und das Einleben in einer anderen Welt für ihn doch sowieso schon schwer genug zu ertragen seien. Sie solle ihm das Eingewöhnen nicht noch zusätzlich erschweren. Ich hielt ihr vor, was es wohl für Auswirkungen haben würde, wenn eine Mutter auf Erden ihr Kind, das gerade in die Schule gekommen sei, ständig während des Unterrichtes besuche, es frage, ob es ihm gut gehe und ob es nichts vermisse. Das könne doch die Ausbildung des Kindes nur erschweren und den Unterricht nur stören. So ähnlich sei es doch jetzt auch bei ihrem Kind.

Die Mutter hat sich meine Ermahnungen mit verschlossener Miene schweigend angehört. Beeindrucken ließ sie sich dadurch aber nicht. Sie setzte ihre Tonbandversuche fort, trat einer entsprechenden Vereinigung bei, und hielt Vorträge über ihre Versuche.

Als ich die Eheleute N. am 26. August 1986 in ihrer Wohnung besuchte, unterhielten wir uns über allgemeine parapsychologische Themen und über paranormale Ereignisse, die sich im Anschluß an den Tod ihres Sohnes ereignet hatten. Ich gewann bei dieser Begegnung den Eindruck, daß Frau N. inzwischen Abstand von dem tragischen Tod ihres Sohnes gewonnen hatte. Daß dies aber doch noch nicht der Fall war, merkte ich zwei Jahre später.

Der Kreis mit der medialen Frau A. und Herrn B., von dem ich in dem Buch "Leben nach dem irdischen Tod" (13), ganz besonders aber in dem Buch "Nachtodliche Schicksale" (14) berichtete, traf sich am 26. August 1988 im Hause einer Frau W. An dieser Zusammenkunft wollten neben Frau W. auch ihre medial veranlagte Tochter Frau G. und deren Ehemann teilnehmen. Als wir auswärtigen Teilnehmer (sieben Personen) am Abend des 26. August bei Frau W. eintrafen, war auch die eigentlich nicht eingeladene Frau N. anwesend. Sie hatte am Spätnachmittag Frau W. einen Besuch abgestattet, da ihr Mann, den sie begleitete, in der Nähe beruflich zu tun hatte. Er wollte sie später wieder abholen. Da Frau N. nun einmal da war, lud Frau W. sie ein, an der etwas später (20.30 Uhr) beginnenden Sitzung teilzunehmen.

Nach einem Musikvorspiel, der Verlesung eines Abschnittes aus dem Neuen Testament und nach zwei Gebeten geschah zunächst eine ganze Weile gar nichts. Dann meldete sich um 21.05 Uhr zuerst der Kontrollgeist Nepomuk durch den Mund des medialen Herrn B. Er begrüßte die Anwesenden, gab Anweisungen für die Sitzordnung und forderte um 21.21 Uhr zum Bilden einer Kette auf. Die Teilnehmer sollten sich also die Hände reichen, was sie für zehn Minuten auch durchführten. Inzwischen war in Frau G. ein Geistwesen eingetreten. Es sagte klagend: "Nicht loslassen!" Daraufhin hielten die benachbart sitzenden Frau N. und Herr G. weiterhin die Hände von Frau G. Ihr Kopf war auf die Seite gesunken, und sie begann laut und tief zu atmen.
 
 
 
 

Nepomuk meldete sich wieder durch Herrn B.:
 
 

Nepomuk : "Heute springt der Funke nicht über. Die Harmonie, die wir uns wünschen, ist leider immer noch nicht da. Wir werden versuchen, daran zu arbeiten. Vielleicht ist es gut, wenn ihr uns zunächst etwas fragt, damit wir ein wenig in Gang kommen. Ich weiß im Augenblick nicht, was ich euch sagen soll. Es ist so leer, es ist kalt."

Frau S. : "Wer ist das da drüben (sie meint den Geist in Frau G.), der da so jammert?"

Nepomuk : "Das ist für mich noch nicht zu erkennen."

Schiebeler : "Könnt ihr ihn sehen?"

Frau S. : "Das ist doch jemand, der unglücklich ist."

Schiebeler : "Ist das ein Geistwesen von der anderen Seite?"

(Das unbekannte Geistwesen in Frau G. meldet sich weinerlich.)

??? : "O Mami, - Mami komm!"

Schiebeler : "Wen meinst du mit Mami? Bist du ein Kind?"

??? : "Komm hinter mich. Bitte komm, Mami!"

(Frau W. steht auf und tritt hinter ihre Tochter Frau G. und legt ihr die Hände auf die Schultern.)

??? : "Nein, geh weg, weg! Die, die!"

(Er meint offensichtlich Frau N., die aufsteht und den Platz von Frau W. einnimmt.)

??? : "Die, ja, die, schön. Meine Mami!"

(Es ist jetzt klar, daß es sich um den 1979 verstorbenen Norbert N. handelt.)

Schiebeler : "Bist du denn noch hier auf Erden? Bist du noch nicht weiterweggegangen?"

Norbert : "Warum hörst du mich denn nie?"

Schiebeler : "Norbert, hast du denn noch kein neues Zuhause gefunden?"

Norbert : "Ich bin immer da, immer da."

Schiebeler : "Warum bist du noch auf dieser Erde? Du gehörst doch gar nicht mehr hierher."

Norbert : "Ich fühle mich aber wohl hier."

Frau S. : "Aber die Mami hört dich doch gar nicht, und trotzdem fühlst du dich wohl?"

Norbert : "Ich versuche es ja immer!"

Schiebeler : "Hast du noch niemand anderen in der jenseitigen Welt gesehen, seitdem du gestorben bist?"

Norbert : "Viele sind da, aber ich fühle mich immer hier hingezogen. Ich möchte doch noch hier sein, so gerne (schluchzend), aber es geht doch nicht. Es geht einfach nicht."

Schiebeler : "Willst du nicht doch versuchen, in der jenseitigen Welt Anschluß zu finden?"

Norbert : "Ich habe ja viele. Es sind viele da, und es geht mir auch nicht schlecht (sehr weinerlich). Mir geht es gar nicht schlecht, (mit tränenerstickter Stimme) aber ich bleibe lieber hier."

Schiebeler : "Du hast aber doch ein neues Leben zu beginnen."

Norbert : "(Weinend) Ich weiß, ich weiß ja. Es ist gut drüben, es ist schön. Mir geht es nicht schlecht. Nein. Aber ich wäre so gerne hier, bei meiner Mami. - Was macht denn der Hund?"

Schiebeler : (zu Frau N) "Haben Sie noch einen Hund?"

Frau N. : "Dem geht es gut."

Norbert : "Ich sehe ihn ja, ich sehe ihn immer."

Frau N. : "Ist die Marilyn bei dir?"

(Keine Antwort, nur Schluchzen.)

Schiebeler : "Können wir dir irgendwie helfen, Norbert?"

Norbert : "Nein, so ist es gut jetzt, das ist schon gut. Jetzt ist alles so schön (weil ihm seine Mutter immer noch die Hände auflegt). Halte mich fest, Mami, bitte, ganz fest. Aber weißt du, die wehrt sich immer. (Damit meint er das Medium, das innerlich mit der Inbesitznahme nicht ganz einverstanden ist, und heute das Geschehen in dieser Form zum ersten Mal erlebt.) Die wehrt sich immer noch. - Jetzt ist es schon besser."

Schiebeler : "Wer wehrt sich?"

Norbert : "Die da, wo ich jetzt drin bin. Aber sie merkt, daß sie keine Angst haben muß. Ich will doch niemand etwas Böses antun. Ich will doch nur die Mami! - Wo ist der Papi? Der fehlt hier. Warum ist der jetzt nicht da? Jetzt habe ich einmal die Gelegenheit, und der treibt sich rum."

Frau S. : "Nein, der treibt sich doch nicht herum."

Schiebeler : "Norbert, wo du jetzt hier bei uns bist, möchtest du nicht doch einmal darüber nachdenken, ob es nicht richtiger ist, dich in der jenseitigen Welt umzuschauen und dich dort jemandem anzuschließen?"

Norbert : "Mir geht es ja gut. Ich habe überhaupt keinen Grund, mich zu beklagen. Ich nutze nur die Gelegenheit. Könnt ihr denn das eigentlich nicht verstehen? Ich freue mich, hier zu sein."

Schiebeler : "Wenn du nur gelegentlich hierherkommst, ist es ja gut. Wir haben aber den Eindruck, daß du noch sehr stark an diese Erde gebunden bist."

Norbert : "Ach, ich freue mich doch nur, jetzt hier zu sein. Meine Mami ist jetzt ganz nahe. Und sonst muß ich mich immer so anstrengen. Aber mir geht es ja gut. Mir geht es wirklich gut. Ihr braucht euch nicht um mich zu sorgen. Mir geht es wirklich gut. Ich habe alles da drüben, alles."

Frau S. : "Auch Freunde?"

Norbert : "Auch Freunde. Ich bin in einem rosa Haus und kann auch jederzeit rausgehen."

Frau S. : "Mit anderen zusammen?"

Norbert : "Mit allen, die ich lieb habe, mit allen, die ich mag."

Herr S : "Und deine Freunde, machen die das auch so, daß sie versuchen, auf der Erde noch irgendwie Kontakt zu bekommen?"

Norbert : "Wir mögen Kontakt. Wir rufen euch ja immer. Aber die wenigsten wollen uns. Die hören ja nicht, die sind alle so in sich einge... " (Der Rest ist unverständlich).

Schiebeler : "Sie können euch ja gar nicht hören. Das ist kein böser Wille. Sie können euch nicht hören.

Norbert : "Weil sie es nicht wollen."

Schiebeler : "Nein, weil sie es nicht können und nicht wissen."

Herr S. : "Das ist nur eine Ausnahme, wenn das geht."

Frau B. : "Es ist auch eine Ausnahme, daß du bei uns sein kannst. Aber vielleicht bist du hier, damit wir dir helfen können. Wir können dir aber nur helfen, wenn du es auch möchtest."

Norbert : "Ihr braucht mir nicht zu helfen. Mir geht es ja gut. Mir geht es doch soo gut, aber ...."

Frau B. : "Du hast eben gesagt, jetzt sei dir warm. Ist dir sonst nicht warm?"

Norbert : "Anders, anders, ganz anders. Ich spüre Wärme, ich spüre menschliche Wärme. Das ist anders, (schluchzend) das ist ganz anders. - Was ist denn da? - Wo ist der Papi?"

Frau N. : "Der kommt bald."

Norbert : "Warum ist er jetzt nicht da?"

Schiebeler : "Er hat in Ravensburg zu tun. Weißt du, er ist doch beruflich tätig."

Norbert : "Nun ja, ich weiß ja."

Frau N. : "Ist die Marilyn bei dir?"

Norbert : "Die ist auch da. Ja, sie ist da. Sie steht neben mir. Sie steht da, die Ohren ganz streng und guckt. Sie steht da, neben mir."

(Norbert macht Anstalten, das Medium Frau G. zu verlassen und wegzugehen. Da meldet sich durch den Mund von Frau A. das andere Kontrollgeistwesen Stanislaus.)

Stanislaus : "Laßt ihn noch nicht gehen. Sagt ihm, daß er nicht unbedingt Verbindung nur mit seiner Mutter suchen soll, daß er sich auch drüben Hilfe holen kann."

Schiebeler : "Norbert, hast du das verstanden, was gerade gesagt wurde?"

Frau S. : "Du sollst noch hierbleiben, nicht fortgehen!"

Norbert : "Die Kraft ist so schwach."

Schiebeler : "Wir wollen noch mit dir reden und dir das klarmachen, was wir auch schon vorhin sagten, daß du versuchen sollst, in der jenseitigen Welt Anschluß zu finden und dich nicht an die Erde gebunden zu fühlen."

Stanislaus : "Es ist schon jemand da für ihn, der ihm wirklich sehr viel helfen kann und auch die gleiche Liebe geben kann wie seine Mutter. Sie braucht sich um nichts zu sorgen."

Norbert : (Sehr ärgerlich) "Ach, ihr versteht doch gar nichts, ihr versteht überhaupt nichts."

Schiebeler : "Wir verstehen vielleicht mehr als du denkst."

Norbert : "Mir geht es doch so gut da drüben. Ich brauche doch niemanden. Ich habe alles."

Frau B. : "Norbert, wenn es dir so gut ginge, brauchtest du doch nicht ewig deine Mutter zu rufen."

Norbert : "Ich nutze die Gelegenheit. Ich liebe meine Mami, und ich freue mich, daß ich jetzt endlich einmal durchkommen kann. Aber mir geht es doch gut, mir geht es soo gut."

Frau B. : "Norbert, du kannst doch sagen: 'Mami, mir geht es gut, vielen Dank für alles, was du mir je gegeben hast!' Aber jetzt lebst du drüben in einer anderen Welt. Doch die ist nicht mehr die irdische Welt, und du hast auch nicht mehr deine irdische Mutter. Du bist drüben, und dort hast du ganz andere Aufgaben, nämlich anderen zu helfen. Aber du kannst nicht mehr hierher zu uns zurück. Es ist wirklich selten und einmalig, daß du mit uns noch sprechen kannst."

Norbert : "Ich weiß das."

Herr S. : "Du sollst drüben auch nicht ewig nur ein Kind bleiben, sondern dich wirklich neuen Aufgaben widmen."

Norbert : "Mir steht nichts im Wege, gar nichts."

Stanislaus : "Er hat immer noch nicht verstanden, daß jemand auf ihn wartet."

Frau S. : "Hast du das gehört, es wartet jemand auf dich in der jenseitigen Welt!"

Norbert : "Natürlich, die sind doch alle da."

Schiebeler : "Du hast noch nicht die Richtige gesehen. Das ist eine Frau, nach der du ausschauen mußt."

Frau S. : "Vielleicht ist sie wie deine Mutter."

Schiebeler : "Sie wird dich weiterführen, dich von der Erde lösen."

Stanislaus : "Er kennt sie noch nicht. Er wird sie erst kennenlernen. Sie ist aber jetzt auch schon bei ihm." (Allerdings für ihn unsichtbar)

Frau B. : "Norbert, hast du das gehört, eine ganz andere Person, die du noch gar nicht gesehen hast. Die hilft dir und gibt dir Wärme."

Norbert : "Ich kann mir selber helfen."

Schiebeler : "Wir haben nicht den Eindruck, daß das der Fall ist."

Norbert : "Ich komme gut durch, da drüben."

Frau S. : "Aber du bist nicht glücklich."

Norbert : (Mit Nachdruck) "Doch!!"

Frau B. : "Dann brauchtest du doch nicht zu weinen."

Norbert : "Ich weine doch gar nicht. Es ist nur der Kampf. Es ist doch nur ein Kampf. Die, die, die wehrt sich noch." (Damit meint er wieder das Medium).

Frau S. : "Und die merkt, wie elend es dir ist."

Norbert : "Nein, mir ist nicht elend. Mir ist gar nicht elend. Nein. Aber der ist gar nicht gut."

Stanislaus : "Könnt ihr vielleicht die Mutter (Frau N.) bitten, daß sie für einen Augenblick weggeht."

Norbert : (Protestierend) "Nein, nein, meine Mami bleibt hier! Ich gehe auch gleich wieder."

Frau B. : "Norbert, haben deine Mutter oder dein Vater, als du bei uns auf der Erde warst, dir erzählt, daß es einen Schutzgeist, einen Schutzengel gibt, daß jedes Kind, jeder Mensch einen Schutzgeist hat, der ihm beisteht?"

Norbert : "Den habe ich. Versteht ihr denn nicht, mir geht es doch gut. Ich weiß doch, daß es mir gut geht. Aber meine Mami ist doch diejenige ..." (Er bricht ab).

Frau B. : "Aber sie ist nicht dein Schutzengel."

Norbert : "Aber meine Mami leidet, und sie soll nicht leiden."

Frau B. : "Die leidet aber nur, weil du jetzt noch so an ihr hängst."

Norbert : "Nein, meine Mami leidet, weil sie mich einfach nicht loslassen kann. Sie hat mich lieb, sie liebt mich so!"

Frau S. : "Ja, und beide leiden daran, daß sie einander nicht loslassen können."

Norbert : "Ich kann sie doch nicht loslassen, solange sie mich nicht gehen läßt. Ich kann nicht!"

Stanislaus : "Geh zu dieser anderen Frau. Sie wartet auf dich, sehr dringend, schon lange! Hörst du das?"

Norbert : "Dies ist meine Mami. Ich hab sie doch so lieb."

Frau S. : "Aber sie muß dich trotzdem loslassen können und du sie auch. Ihr werdet sonst beide unglücklich."

Frau B. : "Das ist eine irdische Liebe; aber du brauchst jetzt eine Liebe für drüben, für die jenseitige Welt, wo du jetzt lebst. Das ist eine ganz andere Liebe."

Norbert : "Ich will doch nur sagen, daß es mir gut geht, wenn meine Mami das versteht."

Frau S. : "Aber du brauchst auch da drüben eine Mami. Und die ist ja schon da, die wartet. Aber sie kann nicht an dich heran, solange du noch an deiner irdischen Mami so furchtbar hängst. Da hat sie keine Chance bei dir. Du brauchst sie aber."

Norbert : "Ich kann euch nur sagen, betet für meine liebe Mami."

Frau B. : "Aber auch deine Mutter muß dich loslassen. Auch sie muß dich gehen lassen."

Norbert : "Sie soll ganz beruhigt sein, mir geht es gut, mir geht es wirklich gut. Mir geht es viel besser als ihr, viel besser."

Frau B. : "Norbert, du betest auch?"

Norbert : "Ja."

Frau B. : "Kannst du Gott darum bitten, da du diese Frau erkennst, die dir helfen soll?"

Norbert : "Ich komme ganz gut durch. Mir geht es gut."

Frau S. : "Möchtest du niemanden, der dich umsorgt, dich wirklich umsorgt wie früher?"

Norbert : "Es sind ja so viele da!"

Frau S. : "Aber die umsorgen dich doch nicht!"

Norbert : "Wen soll ich mir denn suchen? Ich kann mir doch nicht eine zweite Mami suchen."

Herr S. : "Du mußt verstehen, daß es bei dir dort in dem jenseitigen Leben eine Entwicklung geben muß. Und die fand bei dir bislang nicht statt."

Norbert : "(Mit Nachdruck) Ich brauche keine zweite Mami!"

Herr S. : "Das ist vielleicht nicht richtig ausgedrückt, aber du brauchst jemand, der dich anleiten kann, der dir die Entwicklung vermitteln kann."

Norbert : "Ich habe viele, die mir gut sind, und viele, die sich auch mühen, viele, die um mich herum sind, ganz viele. Aber eine zweite Mami - nein! (Schreiend) Nein! Nein! Ich will nicht!"

Frau B. : "Norbert, auf Erden war deine Mutter für dich da, damit sie dich an die Hand nahm und dich leitete, die ersten Schritte mit dir machte und mit dir zur Schule ging. Aber das Leben auf der Erde ist jetzt für dich zu Ende. Jetzt kommt eine, die dich auch an die Hand nimmt und in das Leben geleitet, was du jetzt führst, drüben bei dir. Das kann deine Mutter jetzt nicht mehr."

Norbert : "Ihr seid alle immer so klug. Ihr habt überhaupt keine Ahnung, gar keine Ahnung."

Schiebeler : "Vielleicht mehr Ahnung, als du glaubst. Du bist doch hierhergeführt und hierhergelassen worden, damit du das heute abend einmal erfährst, was wir dir sagen."

Norbert : "Ich wurde ja auch gerufen, richtig gerufen, hingezogen."

Schiebeler : "Und zwar deswegen, damit wir dir das heute abend erzählen, damit du erkennst, daß du dich von dieser Erde lösen mußt, und daß du deinen Weg in der jenseitigen Welt suchen mußt. Deswegen bist du hierhergeführt."

Norbert : "Wie oft muß ich euch denn sagen, daß es mir gut geht drüben. Mir geht es gut!"

Herr S. : "Du kannst es gar nicht ermessen, wie es dir gehen sollte."

Frau B. : "Norbert, wenn es dir gut ginge, würdest du nicht deine Mutter rufen."

Norbert : "Ihr kapiert das einfach nicht. Ich bin zu früh hier weg, ich bin viel zu früh hier weggegangen. Aber mir geht es ja gut, und ich werde damit fertig. Aber es ist einfach schwer."

Frau B. : "Damit du damit fertig werden wirst, ist diese Frau für dich da. Bitte doch darum, daß du sie siehst."

Norbert : "Ich will keine Frau. Es sind viele da, ganz viele, aber keine spezielle. Was wollt ihr mir denn immer erzählen?"

Herr S. : "Das wäre dieser besondere Schutzgeist, der dir bei deiner Entwicklung dort helfen kann"

Stanislaus : "Du sollst dich heute von deiner Mutter verabschieden."

Norbert : "Ja, ja, ja. (ärgerlich) Ja!"

Schiebeler : "Frau N., vielleicht sagen Sie auch etwas dazu. Sie sind jetzt gefordert. Sie müssen sich dazu äußern."

Frau N. : "Norbert, geh deinen Weg. Mutti läßt dich ja los."

Norbert : "(Schluchzend) Du sagst das immer, aber das willst du nicht. Du willst mich nicht loslassen. Das willst du doch gar nicht!" (Er weint laut auf)

Frau B. : "Wir werden auch für deine Mutter beten. Hörst du, Norbert? Damit deine Mutter die Kraft bekommt, dich loszulassen."

Norbert : "(Weinend) Die will mich nicht loslassen."

Frau W. : "Norbert, deine Mutter wird es mit unserer Hilfe lernen, dich loszulassen. Wir werden ihr helfen."

Norbert : "Vielleicht habe ich es dann leichter. Das kann schon sein, das kann wirklich sein."

Herr S. : "Sie weiß ja jetzt, daß es dir eigentlich nicht schlecht geht, daß es dir nur noch besser gehen könnte. Dann kann sie doch beruhigt sein."

Norbert : "Ja, ja, Mami, mir geht es so gut, Ich habe alle um mich herum, und ich bekomme auch alles mit, was ihr macht. Aber ich schaue gerne zu, weißt du."

Frau N. : "Ich laß dich schon los. Norbert, geh du deinen Weg, wie es am besten ist."

Norbert : "Ich werde immer bei dir sein. Und wenn du mal soweit bist, dann hole ich dich. Ich hole dich dann ab. Ich bin da, wenn du mal soweit bist. Ich werde dich nie vergessen, Mami."

Frau S. : "Aber du mußt noch lernen bis dahin, damit du deiner Mutter dann auch helfen kannst."

Norbert : "Ja, das werde ich auch. Ich werde es euch versprechen."

Es folgt ein längeres Gebet für Norbert N. und seine Mutter, das er mit Schluchzen begleitet:

"Herrgott, himmlischer Vater, wir bitten Dich um Deine Hilfe und Deinen Beistand für diese arme Seele hier, für den jungen Norbert, der vor einigen Jahren durch einen Unfall ums Leben gekommen ist, der in der jenseitigen Welt noch an seine irdische Mutter gebunden ist. Wir bitten Dich, o Herr, lehre ihn erkennen, daß der Weg zu Dir führt und daß er nicht auf dieser Erde zurückbleiben soll. Öffne ihm die Augen, damit er den Schutzgeist erkennt, der für ihn bestimmt ist, damit er neuen Aufgaben entgegengeführt werden kann. Wir bitten Dich, o Herr, lehre diesen Jungen erkennen, daß er in der jenseitigen Welt Aufgaben hat, daß er nicht immer zurückbleiben, sondern sich entwickeln soll, Dir entgegen, damit er später auch bereit ist, seine Eltern zu empfangen, wenn sie einmal von dieser Erde scheiden. Hab ihn lieb und hilf ihm und seiner Mutter, damit auch sie erkennt, daß sie ihren Jungen mit Gebeten in der jenseitigen Welt begleiten soll, daß sie ihm helfen kann, wenn sie für ihn bittet, damit er seinen Weg in der jenseitigen Welt findet. Doch nicht unser Wille, sondern Dein Wille geschehe. - Amen."

Schiebeler : "Nun wünschen wir dir, Norbert, alles Gute. Öffne deine Augen und finde deinen Weg in der jenseitigen Welt. - Gott zum Gruß!

Stanislaus : "Ich möchte euch noch mitteilen, daß ein anderer Kontrollgeist, der sich hier auch schon einmal gezeigt hat, das alles heute zustande gebracht und uns so zusammengeführt hat. Wir mußten deswegen auch erst eingewiesen und darauf vorbereitet werden. Es war sehr schwierig für uns alle, und es könnte sein, daß wir vielleicht (in dieser Angelegenheit) noch einmal zusammenkommen müssen. Vielleicht auch nicht. Das wird sich zeigen. Wir sollten für beide beten, daß jeder seinen Weg findet bei uns im Jenseits. Wir hoffen, daß Norbert auch diese Frau erkennt, die ihn schon sehr liebevoll die ganze Zeit begleitet, die er aber nicht wahrnehmen konnte. Sie versucht es schon sehr lange, aber er war immer noch zu sehr an diese Erde gebunden und wollte jede Gelegenheit wahrnehmen, seine Mutter zu rufen. Wir können nur die Mutter bitten, daß sie sich auch allmählich von ihm löst. Das heißt ja nicht, daß ihr Menschen die Verstorbenen vergessen müßt. Sie soll es nur zulassen, daß er seinen Weg weitergeht, den er wirklich nur bei uns finden kann. Er wird sich bestimmt wieder melden, nur unter anderen Bedingungen, die dann weniger traurig sein werden, wenn er seine Freiheit bekommt.

Wir wünschen euch alles Gute. Vielleicht kann ich noch sagen, daß dieser Kontrollgeist sehr stark ist und bestimmt auch irgendwann hier in diesem Kreis die Führung übernehmen wird.

Gott schütze und behüte euch.

Gott zum Gruß!

Stanislaus."


ZurückWebsiteWeiter