Psychowissenschaftliche Grenzgebiete
 
Thema: Giganten im All - III - (3)

       

8.0 Vieles geht auf der Terra schief

Einige Minuten später betraten sie die Kabine von ASHTAR SHERAN. Martin hatte sich halbwegs wieder gefangen, bemerkte aber, daß seine Hände immer noch leicht zitterten. Nach der üblichen Begrüßung setzten sie sich in die bereitstehenden bequemen Sessel. Martin ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Wohin er auch schaute, nirgends gab es Ecken, alles war abgerundet und farblich sehr harmonisch ausgewählt. Martin atmete tief ein.

"Die Vorstellung hat Ihnen wohl nicht gefallen", eröffnete ASHTAR SHERAN das Gespräch. "Es ist ein Unterschied, ob solch ein Geschehen auf der Terra direkt betrachtet wird oder aus einer derartigen Entfernung. Kein Erdenmensch wird sich jemals vorstellen können, was irdische Kosmonauten empfinden, wenn sie vom Mond aus ihren Heimatstern betrachten. Der Abstand zum Objekt verschärft die Logik und man erkennt den Widersinn in allem, der sich auf der unglücklichen Terra abspielt." "Ja, Sie haben recht", sagte Martin. "Genau das, ist meine Empfindung. Deshalb erschütterten mich die Bilder dieses Krieges auch wesentlich mehr, als sie es aus beruflicher Sicht auf der Erde getan hätten. Natürlich lag es auch an der umfassenden Darstellung der äußerst realistischen Projektion. Eine erstaunliche Erfahrung für mich." "Sie haben einen Rassenkampf gesehen", sagte der Kommandant. "Ist es nicht unmenschlich, wenn Menschen gegen Menschen kämpfen?" "Gewiß", antwortete Martin, "der Meinung bin ich auch, aber ich bin kein Amerikaner." ASHTAR SHERAN schaute seinen irdischen Gast ernst an und sagte: "Im ganzen Universum kennen wir nur Menschen. - Verschiedene Menschen gibt es nicht! Im Universum gibt es zwar verschiedene Rassen, Völker und Gruppen, so wie auf der Terra auch, doch sie befinden sich nur auf verschiedenen Entwicklungsstufen. Aber alle - ohne Ausnahme - tragen die Merkmale einer göttlichen Abstammung in sich. Nur auf der Terra ist man anderer Ansicht. Dort gibt es Menschen, die der Meinung sind, daß es Zwischenstufen gibt." "Was für 'Zwischenstufen'", fragte Martin. "Auf der Erde nimmt man an, daß es unter den farbigen Rassen Menschen gibt, die noch dem Tier nahestehen. Man spricht nicht direkt darüber, aber es ist eine weitverbreitete Ansicht, hauptsächlich in der weißen Rasse. Je schwärzer, breitnasiger und flachstirniger ein farbiger Mensch ist, um so mehr wird er mit einem Affen verglichen. Diese Ansicht wird durch die irrsinnige Deszendenzlehre Darwins noch unterstützt. Darwin selbst sprach von einer Theorie, doch seine atheistischen Kollegen machten eine Lehre daraus. Die weiße Rasse fühlt sich 'weiterentwickelt' und von der Tierähnlichkeit befreit. Diese Selbstherrlichkeit der irdischen weißen Menschen führt dazu, alle farbigen Menschen als nicht ihresgleichen zu betrachten. Daraus folgen derartige Spannungen, daß die grausamsten Auseinandersetzungen heraufbeschworen werden. - Wir haben dazu unseren Konsequenzenberechner befragt. Seine Antwort lautete: Mit dieser Einstellung bereitet die weiße Rasse ihren eigenen Untergang vor.' Wissen Sie, Herr Berger, was gegenwärtig auf Ihrer Terra geschieht?" "Nein, ich bin nicht mehr auf dem Laufenden", sagte Martin wahrheitsgemäß. "Auf der Terra beten derzeit Hunderte von Millionen Menschen für die gesunde Rückkehr dreier Kosmonauten, die in Raumnot geraten sind", sagte der WELTENLEHRER ernst. "Ich betone, daß sie beten! - Eine noch nie dagewesene Anteilnahme hat fast alle Menschen, ohne Unterschied in bezug auf Rasse und Religion erfaßt. Die Menschheit hält den Atem an und respektiert den Mut und die Ausdauer von drei Erdenmenschen, die sich für die ganze Menschheit und ihre Entwicklung eingesetzt und das Grauen der Raumnot auf sich genommen haben. Alle diese Hunderte von Millionen Menschen spüren die innige Verbundenheit von Mensch zu Mensch. Aber was meinen Sie, Herr Berger, wie würde die Menschheit reagieren, wenn ein rabenschwarzer Neger unter den Kosmonauten wäre? Meinen sie nicht auch, daß diese Verbundenheit sofort einen Riß bekäme? Hunderte von Millionen sympathisieren derzeit mit drei Menschen, die sie persönlich gar nicht kennen. Sie wünschen ihnen alles Glück und bangen um ihr Leben. Warum so frage ich Sie - können diese Hunderte von Millionen nicht die gleiche Sympathie für andere Menschen aufbringen, die sie ebenfalls persönlich nicht kennen? Alle diese unbekannten Menschen tragen doch auch ihren Teil zum Aufbau und zur Gestaltung der Terra bei. Wenn ein Mensch in Not gerät, hofft er auf die Hilfe seiner Mitmenschen. Aber wenn er nicht in Not ist, blickt er verächtlich auf jene, die morgen vielleicht seine Retter sein könnten. Ich sage Ihnen, Herr Berger, die Erdenmenschheit ist inkonsequent. Seit Jahrtausenden geht vieles auf der Terra schief. Die derzeitige Verbundenheit mit den Kosmonauten wird bald wieder vergessen sein." - Martin nickte mit dem Kopf, sagte aber nichts. "Ich muß mich nun von Ihnen verabschieden, Herr Berger", sagte der WELTENLEHRER. "Wir sehen uns in Kürze wieder."

Die beiden Besucher erhoben sich, dankten und verließen den Raum.

 

 

9.0 Die Konferenz

Im Konferenzsaal sahen sie sich wieder. Der große Saal strahlte wieder eine sehr feierliche Atmosphäre aus. Ein tiefer Ernst lag auf den Gesichtern der Anwesenden. ASHTAR SHERAN eröffnete die Konferenz:

"Wir sprechen heute vom Krieg. Einem Krieg, den es nur auf der Terra gibt. Ich werde erklären, warum diese Kriege immer wieder und in zunehmendem Maße geführt werden." Martin hörte interessiert zu. Der Journalist in ihm meldete sich, der die Zusammenhänge kennenlernen wollte. Martin wußte, daß diese außerirdischen Menschen große Erfahrung besaßen. Besonders was der WELTENLEHRER ASHTAR SHERAN zu sagen hatte, besaß Hand und Fuß. Seinen Worten konnte man uneingeschränkt glauben. "Wir wissen, daß auf der Terra ein sehr großer Fehler gemacht wurde, zu einer Zeit, die etwa 600 Jahre nach irdischer Zeitrechnung zurückliegt", setzte der Kommandant seine Rede fort. "Durch diesen Fehler hat man der christlichen Religion auf der Erde einen vernichtenden Schlag versetzt, denn: Sie verlor ihren Sinn! Man kann auch WAHRHEITEN weglassen, was genauso schlimm ist, als wenn man Irrtümer verbreitet.

Was aber die Erdenbrüder anbetrifft, so reicht der Fehler noch viel weiter zurück. Es handelt sich um die Präexistenz, d.h. um die menschliche Existenz, die sich in vielen Vorleben spiegelt. Bekanntlich lebt jeder Mensch viele Leben in der fleischlichen Materie. Sie dient ihm zum Lernen, zur Erfahrung, zur Läuterung - eben zur Gesamtentwicklung.

Wer das nicht begreift, dem kann ich nicht helfen. Solch ein Mensch bleibt in seiner Entwicklung stehen oder fällt sogar weit zurück.

Der Mensch der Terra hat eine nach Millionen Jahren zählende Reihe von animalen Vorstufen hinter sich gelassen. Bis zum Erscheinen des Neandertalers konnte man diese Vorstufen nicht als 'Menschen' bezeichnen. Die menschliche Seele hatte noch kein Objekt gefunden, das zu ihr paßte. Erst der Neandertaler wurde menschlich beseelt."

Hier meldete sich Martin zu Wort und sagte: "Wenn der Prophet Mose seine Belehrungen in einem außerirdischen Raumschiff erhalten hat, dann wurde er doch sicher auch darüber unterrichtet, daß Adam und Eva von Gott erschaffen wurden." "Man muß bedenken, daß Mose kein Schreibkundiger war", sagte ASHTAR SHERAN. "Mose erhielt die WELTGESETZE durch unsere Vorfahren. Aber später vernichtete Mose dieses Schrifttum in einem Wutanfall und brachte die Menschheit damit um ein elementares WISSEN. Die damaligen Priester haben dann einiges davon aufgeschrieben, so wie es ihnen Mose erzählt hat. Darunter war auch manches, was Mose gar nicht begriffen hatte.

Nun zu 'Adam und Eva': Der Mensch erschien nicht allein auf der Erde, sondern im ganzen Universum. Sobald die Entwicklung auf einem lebensfähigen Planeten so weit vorgeschritten war, daß eine Inkarnation erfolgen konnte, trat der Mensch in Erscheinung. Ein irdischer Mensch kann bereits auf einem anderen Planeten eine Präexistenz gehabt haben.

Unsere Vorfahren haben Mose begreiflich machen wollen, daß die Menschen alle aus dem gleichen Stoff gebildet wurden. Sie haben ihm auch gesagt, daß das Weib aus keinem anderen Stoff, sondern aus dem gleichen Fleisch und Blut besteht, etwa so, als sei das Weib aus seiner Rippe genommen worden.

Wir haben heute allerlei Apparate, um die verschiedenen Sprachen zu studieren. Damals aber bestanden noch Schwierigkeiten in der Verständigung. Unsere Vorfahren griffen daher zu Symbolen, die aber nicht verstanden wurden.

Weil der Mensch immer wieder in Perioden zur Erde zurückkehrt, nimmt er auch stets Teil an allem, was er selbst geschaffen hat. Der Mensch machte aus dem Planeten Erde das, was er heute vorfindet. Wenn der Mensch von 'früheren Generationen' spricht, so ist er immer mit einbezogen. Alle Vorwürfe treffen ihn selbst!

Seit Jahrtausenden führt der irdische Mensch gegen seinen Nächsten Krieg. Seit Jahrtausenden betrügt der Mensch seine Mitmenschen wo er kann, versucht sie zu unterdrücken, auszubeuten, zu mißbrauchen und zu schänden. Alles das hat der Mensch selbst zu allen Zeiten verschuldet und nicht seine imaginären Vorfahren, die er für restlos ausgelöscht hält. Bei jedem Leben auf der Erde vollzieht sich die Weiterentwicklung durch Erfahrung. Es bleibt immer eine Entelechie (-6-) bestehen. Intuitive, unbewußte Fragmente der Charakteranlagen werden nicht nur von den Eltern ererbt, sondern sind teilweise schon vorhanden. Das GESETZ GLEICHES ZU GLEICHEM ist unantastbar! Ähnliches zieht sich magnetisch an.

Ein neugeborenes Kind ohne Präexistenz wäre so einfältig und unentwickelt, daß es sich in einer so hoch technisierten Welt niemals zurechtfinden würde. Nur die in Fragmenten vorhandenen unbewußten Erfahrungen auf allen Gebieten des praktischen Lebens machen ihm die Umwelt vertraut. - Man hat Negerkinder, deren Eltern noch Kannibalen waren, mit europäischen Kindern auf eine Schulbank gesetzt. Diese Kinder fanden sich ohne Unterschied im Unterricht zurecht, weil ihre Präexistenz sie dazu befähigte."

Martin horchte auf. Hier hörte er etwas, was auf keiner Universität gelehrt wurde. Es war wie ein Donnerschlag gegen den Sowjetrussischen Dialektischen Materialismus, der die Erde verpestet hat. "Es ist absolut falsch", fuhr ASHTAR SHERAN mit seiner Rede fort, "wenn man behauptet, daß das Bewußtsein an die Materie gebunden sei, denn dann gäbe es keine Telepathie und ohne diese könnten wir eine derartige Raumfahrt, wie wir sie besitzen, gar nicht durchführen.

Seit Jahrtausenden ist jeder Mensch auf der Terra mit Mord und Totschlag konfrontiert worden. Entweder hat er selbst Hand angelegt seinen Bruder umzubringen oder hat es mit vorbereitet oder gebilligt. Aus diesen Gründen kommt der Mensch von diesem Läuterungsplaneten Erde nicht weg; er fällt wie ein Regentropfen immer wieder auf die Erde zurück, bis er sich vollends gewandelt hat.

Die intuitive Erinnerung an alle seine Präexistenzen belasten den irdischen Menschen so sehr, daß sein Geist damit infiziert ist. Schon bei kleinen Kindern zeigen sich Zerstörungswut, Mißgunst oder Sadismus!

Der Erdenmensch liebt bunte Uniformen, die glitzernden Orden, das Heldentum und die grausame Vernichtung vermeintlicher Gegner. Der Krieg, Herr Berger, ist keine Einmaligkeit, sondern ererbt und in seiner superlativen Scheußlichkeit ein präexistenter Wahnsinn. Der Krieg ist eine vererbte Geisteskrankheit, die zu einer Massenseuche angewachsen ist. - Der SCHÖPFER und PLANER hat die Menschheit ins Leben gerufen und der Mensch dankt es IHM mit einer unbeschreiblichen Art der Blasphemie."

Martin meldete sich wieder zu Wort und sagte: "Nehmen wir an, daß alles stimmt, was Sie sagen, trotzdem werden die Verantwortlichen der Erde ihre eigene Meinung vertreten und sagen: 'Wenn ich in einem zukünftigen Leben doch nicht weiß, wer und was ich früher war, so ist es für mich heute uninteressant, was ich in der Zukunft sein werde.'" Der WELTENLEHRER machte eine abweisende Handbewegung: "Das ist ein Irrtum, Herr Berger, denn das KAUSALGESETZ von Ursache und Wirkung bleibt immer bestehen! Die Ursache kann in einem Leben gegeben sein; doch die Wirkung kann sich in einem anderen Leben vollziehen. Hinzu kommt noch das ZWISCHENREICH, in dem sich der Geist jedes Menschen zeitweise aufhält. Alle Kriege, die sich durch die Jahrtausende hinziehen, sind noch nie zum Stillstand gekommen. Selbst in den scheinbaren Pausen der Ruhe wird an einer zukünftigen Kriegführung gearbeitet.

Kriege können weder entschuldigt, noch beschönigt werden. Jedes Lied vom Heldentum ist eine infame Lüge. Ich nenne das Ganze eine ererbte Gemeinheit, die von der Menschheit nicht durchdacht worden ist.

Das ist wahrlich eine Meisterleistung religiöser Unverschämtheit!

Jede falsche Auslegung einer Grundreligion wirkt sich wie Scheuklappen aus, die man den Verantwortlichen anlegt; sie sehen nicht die wahren Folgen, nämlich jene, die sie unbarmherzig selbst treffen und für die sie mit dem Geld des Volkes bezahlen. Es ist schwer zu sagen, ob man diese Menschen bedauern oder ob man Genugtuung empfinden soll. Die Erdenmenschheit gibt uns Rätsel auf. Wir begeben uns deshalb auf eine gewisse Distanz. Der unheilvolle Einfluß unglaubhafter Kirchenreligionen hat diese Welt total verdorben.

Wir sind entsetzt über die dauernden Vorbereitungen, die für das Völkermorden durchgeführt werden. Das KAUSALGESETZ ist der Wissenschaft gut bekannt, aber wenn es sich um den Menschenmord handelt, nimmt sie darauf keine Rücksicht. Doch die Rechnung ist unausbleiblich! Wir SANTINER können nicht begreifen, daß man Hunderte von Milliarden für einen Massenmord zur Verfügung stellt. Selbst in den Pausen zwischen den Kriegen rechnet man stets mit einem Überfall, der die ganze Welt vernichten kann.

Unwissende, atheistische Wissenschaftler werden durch falsche Glaubensrichtungen ermutigt, die Präexistenz der Menschen abzustreiten. Ebenso machen sie das Weiterleben nach der Entkörperung lächerlich. Im Geistigen Reich angekommen, heulen sie aber über ihr Versagen wie verhungerte Wölfe. Wir wundern uns, daß man sogar die Frechheit besitzt, uns als 'Phantasiegebilde' hinzustellen." "Ich glaube, daß man nicht genau weiß, daß außerirdische Menschen die Erde beobachten", wandte Martin ein. "Wenn heute auf der Erde außerirdische Menschen auftreten würden, so würde man sie bestimmt nicht mehr für Götter halten, wie das früher einmal war. Es liegt wohl eher daran, daß die außerirdische Technik nicht begriffen wird, weil die irdische Wissenschaft Grenzen gezogen hat, die angeblich nicht überschritten werden können. Die Forscher besitzen keinen Vergleich zum Außerirdischen." ASHTAR SHERAN nickte zustimmend und sagte: Es ist schon etwas Wahres daran, was Sie sagen. Wir sind über die Kriegsvorbereitungen und Kriegsabwehrmethoden der großen Staaten auf der Terra sehr wohl informiert. Wir kennen z.B. jede Einzelheit der 'NORAD'. Die Nordamerikanische Verteidigungslinie in Kanada hat sehr kostspielige Einrichtungen, die wir bewundern. Unsere technischen Einrichtungen von solchen Ausmaßen befassen sich dagegen nicht mit einer Kriegführung oder Verteidigung. Wir haben friedliche Aufgaben zu lösen. Auch diese hier! Wenn im Luftraum über der Terra auch nur ein Splitter von einer Granate herumfliegt, so kann dieser durch das NORAD-System geortet werden." "Wenn also ein außerirdisches Flugobjekt z. B. über Nordkanada fliegt, muß es erkannt werden und einen Alarm auslösen", antwortete Martin. "In einem Bunker, der 1.000 Meter unter der Erdoberfläche liegt, wird das Objekt erkannt, verfolgt und beobachtet. Man hat aber solche Objekte angeblich nicht mit absoluter Sicherheit beobachten und verfolgen können. Als Journalist ist mir diese Verteidigungslinie bekannt." "Auch wir kennen die NORAD", sagte der Außerirdische. "Selbst die empfindlichen elektronischen Geräte der NORAD machen uns überhaupt keine Schwierigkeiten. Keines unserer Flugobjekte, das den Einflußbereich der NORAD passiert, kann geortet werden, wenn wir es nicht wollen. Unsere - sagen wir einmal - 'elektromagnetische Schutzhülle' deren Frequenzen mit irdischen Apparaturen nicht gemessen werden können, macht jede Beobachtung unmöglich. Das ist auch der Grund, weshalb man von 'Halluzinationen' spricht, weil man sich nämlich nur auf die elektronischen Apparate verläßt. Jedes unserer Flugobjekte ist in der Lage die irdischen Kommandozentralen an der Nase herumzuführen. Wenn wir mit der Terra Krieg führen wollten, wäre selbst das NORAD-System, mit all seinen technischen Anlagen, nur ein schlechter Witz." Martin senkte den Kopf. Er gab sich geschlagen. Diese universelle Menschheit im Universum kam den 'Göttern' gleich. Sie besaß Mittel und Kräfte, die auf der Erde unbekannt waren. Martin erkannte, daß auf der Erde nicht nur einiges faul war, sondern eine ungeheuere Menge, die zu einer überaus gefährlichen Situation geführt hat. Vielleicht ließe sich einiges davon abändern und zum Guten führen, aber derartig viel zu reformieren, hielt Martin für ausgeschlossen. Ihn befiel eine regelrechte Depression, als er darüber nachdachte. "Die Kriegführung ist etwas, mit dem der Mensch seit Beginn seines Lebens zu tun hat", führte der WELTENLEHRER weiter aus. "Der Krieg ist aber durchaus keine Notwendigkeit, sondern eine Befriedigung der präexistenten Kampflust, die der Mensch mit auf die Terra bringt. Diese Lust am Kämpfen ist stärker als sein Friedenswille! "Ich kann mir nicht vorstellen, daß in jedem Menschen die Kampflust vorherrscht. Ich glaube auch nicht, daß ich solche Eigenschaften besitze", warf Martin ein. "Täuschen Sie sich nicht, mein Freund", sagte ASHTAR SHERAN. "Auch Sie sind von der Kampflust nicht frei. Wir wissen, daß Sie gerne zum Fußball gehen, und daß der Boxsport wahre Begeisterung in Ihnen verursacht. Auch Sie amüsieren sich überall dort, wo es Siege und Niederlagen gibt. Wenn es aber zu keiner echten Befriedigung kommt, so kämpft sogar der Mann gegen seine eigenen Frau. Der Rechtsanwalt kämpft gegen seinen Gegner und der Politiker gegen seinen Rivalen. Auf der Terra gibt es Krieg und die Aggression richtet sich gegen alles, auch im Geschäftsleben! Ich kann Ihnen nur raten, Herr Berger, setzten Sie sich im Namen des Friedens für den unerbittlichen Kampf gegen jede Art von Aggression ein. Nur so kommt Ihre Welt zum Frieden!" Jetzt meldete sich der ehrwürdige O SHUR zu Wort und sprach: "Die Erdenbrüder wissen leider zu wenig über sich selbst. Das kommt daher, weil sie nur an die Materie glauben. Für sie ist der Mensch nichts anderes als 'organisierte Materie'. Aber was ist schon menschliche Materie? Die Materie, auch wenn sie zum Menschen gehört, verfault, wenn sie ohne Leben ist. Was meinen Sie, Herr Berger, wieviel dieses Raumschiff wert ist?" Über diese Fragestellung war Martin mehr als verblüfft. Es dauerte eine ganze Weile, bis er seine Gedanken geordnet hatte und antwortete dann: "Ich habe keine Vorstellung, was ein solches Flugschiff kostet." Der Außerirdische nickte langsam mit seinem Kopf und sagte: "Sie werden sich wundern. Ein einziger Mensch, der von GOTT geschaffen wurde, ist wertvoller als dieses Raumschiff. Ich will es Ihnen erklären: Zum Glück kann dieses Wunderwerk der SCHÖPFUNG nicht zerstört werden!

Aber man kann ihm sein Instrument zur Läuterung nehmen, den physischen Körper, dessen sich der Geist des Menschen bedient. Dieses 'Double' besitzt Funktionen, die von keiner menschlichen Intelligenz erdacht und erschaffen werden kann. Folglich ist auch das menschliche 'Double' wesentlich wertvoller als irgendein Machwerk, das von Menschenhand gefertigt worden ist.

Sollte man auf der Terra darüber noch nie nachgedacht haben?

Man feiert und verehrt die großen Sozialisten, Reformer und Revolutionäre, man lehrt die Worte bedeutender Philosophen, aber wo hat auch nur einer dieser Menschen jemals darauf hingewiesen, wie wertvoll ein einziger Mensch ist? -

Seit Anbeginn der Erdenmenschheit verfolgt der Mensch den Menschen. Sich selbst! Man mißachtet den Mitmenschen in unglaublicher Weise, ohne Rücksicht auf seinen wirklichen Wert zu nehmen. Auch ein so hervorragender Charakter, wie er in JESUS manifestiert war, wurde nicht verschont. Man nahm keine Rücksicht. JESUS wurde angegriffen, verleugnet, verraten, verfolgt und umgebracht. IHM folgten Tausende, die sich um die Entwicklung der Menschheit ehrlich bemüht hatten.

Sagen Sie uns, Herr Berger, wie soll Ihrer Meinung nach die Erdenmenschheit von uns eingestuft werden?"

Martin hielt sich die Ohren zu. "Hören Sie auf!", brach es aus ihm heraus. Es war zuviel für seine gequälten Nerven. Noch niemals hatte jemand mit solchen Worte zu ihm gesprochen. Martin schämte sich in Grund und Boden, einem Menschengeschlecht anzugehören, das solche Fehler in seiner Entwicklung aufzuweisen hatte. Doch das Schlimmste war: Er selbst wies diese Fehler auf!

SHINUN legte dem bebenden Journalisten wohlwollend die Hand auf die Schulter. Der Außerirdische hatte Mitleid mit seinem Erdenbruder, der sichtbar litt. ASHTAR SHERAN ergriff wieder das Wort und sagte:

"Sie werden jetzt verstehen, Herr Berger, wie wichtig diese Konferenz ist. An welchem Ort sollten wir sie sonst abhalten? Zweifellos hat die Erdenmenschheit in den letzten Jahren großen Fortschritt gemacht, wissenschaftlich und technisch ist Großartiges vollbracht worden. Aber die Konzentration auf den Völkermord steht in einem krassen Widerspruch zu diesen Leistungen. Die besten Erfindungen werden in den Dienst des Tötens gestellt. Sind die irdischen Führer so schwach, um hier eine Änderung der menschlichen Verhaltensweise zu bewirken?

Für ganz verderblich halte ich die Tatsache, daß man den Begriff des 'Aberglaubens' nicht genügend differenziert. Alles, was sich nicht den Gesetzen der Materie fügt, wird pauschal zum Aberglauben gezählt. Aberglaube heißt aber: Der Glaube an etwas, was nicht wirklich existiert, sondern nur auf Einbildung beruht. Die Wissenschaft hat noch keinen guten Willen gezeigt, um den Aberglauben zu untersuchen.

Wissenschaftler sind keine Allwissenden! Sie stammen genauso von irdischen Eltern ab, die zumeist nur einfache Menschen waren. Der fortschreitende Naturalismus wendet sich gegen den Aberglauben und möchte ihn vollends beseitigen. Aber man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Der Aberglaube besitzt neben vielen Irrtümern auch viele Fragmente der WAHRHEIT. Es handelt sich nicht um die 'Zahl 13' oder um den 'Schwarzen Freitag', sondern um die märchenhaften Wirklichkeiten einer UNSICHTBAREN WELT, die mit dem Bewußtsein des Menschen eng verbunden ist. Phantasie ist ein Teil der unbekannten WIRKLICHKEIT."

Der Kommandant unterbrach seine Rede. Ein Besatzungsmitglied kam herein und händigte dem Kommandanten eine Nachricht aus. Der bedankte sich bei dem Boten, las die Nachricht und sagte: "Wie ich soeben erfahre, befinden sich die irdischen Kosmonauten auf direktem Kurs zur Terra. Ich freue mich, daß das irdische Raumschiff auf dem richtigen Kurs liegt. Der Mut der Männer ist zu bewundern. Unter diesen Anforderungen hätten sie auch zusammenbrechen können." Martin meldete sich zu Wort und fragte: "Es gibt irdische Autoren, die behaupten, mit Außerirdischen auf dem Planeten Mars gewesen zu sein. Können Sie das bestätigen?" ASHTAR SHERAN lächelte und antwortete: "Ich kann verstehen, daß wir die Phantasie der Erdenmenschen anregen. Aus diesem Grunde hat man uns auch für 'Götter' gehalten. Aber was diese Autoren behaupten, ist eine Fiktion. Noch nie hat ein Erdenmensch den Mars betreten. Das auf diesem Planeten vorhandene Leben ist fast gänzlich ausgestorben. Schon aus diesem Grund ist dieser Stern für uns nicht interessant." Kurze Zeit später war die Konferenz beendet.